Furcht vor Schwerlastverkehr

Geplante A 39 mit Nebenanlagen treibt Riestedter um – Diskussion im NDR

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Die A39 soll an Riestedt vorbeilaufen, nahe des Ortes ist auch eine Tank- und Rastanlage geplant. 

Uelzen-Riestedt – Sie soll östlich von Riestedt verlaufen: die A 39. Pläne für ein etwa 100 Hektar großes Gewerbegebiet sowie für eine Tank- und Rastanlage unweit des Dorfes an der Trasse lassen bei Bewohnern und Ortsräten weiter die Wellen hochschlagen.

Jetzt gibt es einen neuen politischen Vorstoß aus dem zuständigen Ortsrat. Und der NDR ist auf das Thema aufmerksam geworden.

Ein Überblick:

Direkte Verbindung von A 39 zum Hafen?

Auch wenn die A 39 mit ihren Nebenanlagen nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ortsrates von Riestedt, Molzen und Masendorf steht, die Bewohner und Gewählten machen sie zum Thema. Der Ortsrat fordert, dass die Stadt Uelzen in Planungen für eine direkte Verbindung von der A 39 zum Uelzener Hafen einsteigt.

„Die Gelder für die Planungen sollen 2021 im Haushalt der Stadt zu finden sein“, formuliert Ortsbürgermeister Henning Gröfke. Sogleich spricht sich der Ortsrat einstimmig dafür aus.

Henning Gröfke, Bürgermeister des Ortsteils

Der Hintergrund: An der A39 ist nicht nur 800 Meter entfernt von Riestedt eine Tank- und Rastanlage geplant (siehe auf einen Blick). Zwischen dem Dorf und dem Nachbarort Rätzlingen soll auch ein Gewerbegebiet an der A 39 entstehen. Zurzeit treibt die Hansestadt Uelzen den Ausbau des Hafens auf der Ostseite des Elbe-Seitenkanals in Richtung Molzen und Riestedt voran. Bewohner befürchten, unter den zu erwartenden Verkehren leiden zu müssen. Bereits jetzt würden Laster von der B 191 abbiegen und auf ihrem Weg zum Hafen sowohl durch Riestedt als auch durch Molzen rollen.

Eine direkte Verbindung von der Autobahn zum Hafen würde helfen. Allerdings stellt sich die Frage, ob sie realistisch ist. Sie müsste durch geschützte Gebiete verlaufen.

Verlegung der B 191?

Karsten Scheele-Krogull, Stadtbaurat

Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull bringt am Abend eine andere Idee ins Spiel. An Riestedt vorbei läuft die Bundesstraße 191. Mit dem Bau der Autobahn, der Tank- und Rastanlage sowie dem Gewerbegebiet an der Trasse stelle sich die Frage der Zuwegung und womöglich ließe sich die B191 in diesem Zuge verlegen – weg von Riestedt. „Da sollten wir uns Gedanken machen“, sagt Scheele-Krogull.

Diskussionsrunde im Radio

Die Bewohner indes zeigen sich weiter kämpferisch, was den Bau der Tank- und Rastanlage betrifft. Wie berichtet, wurden bereits Unterschriften gesammelt und eine Demonstration organisiert. Nun erhalten sie die Möglichkeit, ihre Position auch noch einmal bei einem Diskussionsabend, den der NDR im Radio ausstrahlen will, zu erläutern. Die NDR-Sendereihe „Jetzt reicht’s“ bietet Bürgern ein Forum, Institutionen und Behörden ihre Meinung zu sagen. Am Mittwoch, 27. November, wird die Sendung in Meyers Gasthaus in Hanstedt II aufgezeichnet. Als Teilnehmer der Diskussionsrunde eingeladen sind bislang Petra Merz, die sich an die Spitze der Bürgerbewegung gegen die Tank- und Rastanlage gestellt hat, Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt, der ein Befürworter des Baus der A 39 ist, und Dirk Möller von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg, die unter anderem mit den Planungen zur Autobahn betraut ist.

Beginn der Aufzeichnung ist um 18 Uhr. Sie ist öffentlich und steht Besuchern offen, sagt Moderatorin Anke Genius der AZ.

VON NORMAN REUTER

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AUF EINEN BLICK

Tank- und Rastanlage

18,5 Hektar werden für die Anlage benötigt. Insgesamt soll sie 295 Lkw-Stellplätze auf der Ost- und Westseite umfassen sowie Platz für 85 Autos und neun Busse sowie auch für Caravans bieten.

Die Westseite wird bewirtschaftet sein, die Ostseite soll eine WC-Anlage und eine Anbindung an die Westseite bekommen.


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