Nabu-Mitglied Golnik appelliert an Besitzer / Kaum gemeldete Verstöße

Generelle Leinenpflicht im Kreis Uelzen: „Hunde haben einen Jagdtrieb“

Die generelle Leinenpflicht in der „freien Landschaft“ hat nach dreieinhalb Monaten kürzlich ein Ende gefunden.
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Die generelle Leinenpflicht in der „freien Landschaft“ hat nach dreieinhalb Monaten kürzlich ein Ende gefunden.

Uelzen/Landkreis – Vorbei ist sie jetzt, die generelle Leinenpflicht-Saison. Mit dem 15. Juli endete für dieses Jahr das für dreieinhalb Monate laufende und für die „freie Landschaft“ gültige Gesetz. Kommunen vermelden so gut wie keine Verstöße.

Der Almstorfer Waldemar Golnik vom Naturschutzbund betont, wie wichtig die Leinenpflicht ist.

Die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, eine der größten im Landkreis, verzeichnet keine Vergehen. Es sei aber „nicht ausgeschossen, dass der Polizei noch Verstöße vorliegen, die der Samtgemeinde noch nicht weitergeleitet wurden“, so Pressesprecher Jörn Nolting.

„Wo kein Kläger...“

Auch die Samtgemeinde Aue bleibt (fast) frei von Delikten. Einen Fall habe es gegeben, so Bürgermeister Michael Müller. „Das war eine Wiederholungstat.“ Dass es im Grunde kein Vergehen gegeben hat, kann aber auch täuschen. „Wo kein Kläger, da kein Richter“, betont Müller. Sprich: Wenn die Samtgemeinde Hinweise bekommt, geht sie diesen nach. Müller: „Kommen keine, ist das erfreulich.“

Von der Stadt Uelzen werden hierzu – laut Sprecherin Ute Krüger – keine Statistiken geführt. Im besagten Zeitraum wurden jedoch unregelmäßige und anlassbezogene Kontrollen im Außendienst durchgeführt. „Soweit Hundehalter ihren Pflichten nicht nachkamen, wurden Verwarnungen ausgesprochen, die zur Einsicht führten“, berichtet Krüger.

Wichtiges Tierwohl

Dass das Gesetz von Hundebesitzern ernstgenommen wird, ist für Waldemar Golnik, Vorstandsmitglied beim Naturschutzbund, von hoher Bedeutung. „Wenn Hunde unangeleint daherstreifen, kann es dazu führen, dass junge Tiere zu Schaden kommen“, erklärt er. Immer wieder erlebte der Tierfreund, wie Besitzer die Pflicht gebrochen haben – trotz Brut- und Setzzeit und ausgeschilderten Hinweisen, dass an jenem Aufenthaltsort die Leinenpflicht greift. Die Sünder spricht er an. Immer wieder hört er, dass der Hund doch auf das Wort des Herrchens höre. Golnik: „Ich weiß, dass viele eben nicht auf das Wort hören. Hunde haben einen Jagdtrieb.“ Auch einzelne Hundetrainer sollen das Gesetz gebrochen, mit den vierbeinigen Freunden auf bestimmten Strecken trainiert und dabei Tiere gestört haben. „Einem musste ich drohen, dass ich ihn anzeige“, sah sich Golnik auch Beleidigungen ausgesetzt.

Dem Tierliebhaber ist das Wohl der Wesen wichtig, eine ganzjährige Leinenpflicht in der „freien Landschaft“ fordert er aber nicht. „Wichtig ist die Brut- und Setzzeit“, begründet er. „Man kann in der freien Natur nicht alles verbieten.“ VON ROUVEN PETER

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