61. Kreischorverbandstag legte in Uelzen Rechenschaft ab und wählte

Gemeinsames Singen verbindet

Der Chor des Herzog-Ernst-Gymnasiums präsentierte französische und deutsche Lieder. Foto: Kaiser

Uelzen/Landkreis. In Georg Philipp Telemanns „Schulmeisterkantate“ singen die Kinder „Wer die Musik nicht liebt und ehret,/ wer diese Kunst nicht gerne höret, der ist und bleibt ein Asinus, ja ja, ein Asinus – Iah!“. Ein Esel also, wer die Musik nicht liebt.

Im Kreis Uelzen gibt es nach dieser Definition 711 Menschen, auf die das liebenswerte Schimpfwort mit Sicherheit nicht zutrifft; so viele nämlich sind in 24 Chören und Chorvereinigungen organisiert. Im Chorverband Niedersachsen/Bremen (CVNB) wären es schon 41 310, die in 1307 Chören agieren. Bestimmt aber ist die Anzahl der Musikliebhaber, also der Nicht-Esel nach Telemann, noch viel höher.

Der Kreischorverband Uelzen zog am Sonnabend Jahresbilanz. Auf der Versammlung, in der 21 der 24 Chöre vertreten waren, wurde auch der Vorstand turnusmäßig teilweise neu gewählt. Eröffnet wurde die zweieinhalbstündige Zusammenkunft durch den Schulchor des Herzog-Ernst-Gymnasiums, der zwischen französischem und deutschem Volkslied bewies, wie sehr er stimmlich auf der Höhe ist. Unter der Leitung von Wolfgang Knappe bereiten sich die Schüler derzeit auf eine Chorreise nach Budapest vor.

„Wir brauchen keine Superstars“, war sich dann Landrat Heiko Blume in seinem Grußwort sicher, sondern junge Menschen, die in Chören singen. „Musizieren ist ein Kulturgut, das nicht verloren gehen darf“, ergänzte er. Karin Feldmann, Fachbereichsleiterin Schulen/Sport/Kultur bei der Stadt, regte ein „Chor-Casting“ an, um Nachwuchsproblemen zu begegnen.

Denn Nachwuchssorgen haben alle Chöre im Landkreis. Die Berichte aus den einzelnen Ensembles zeigen aber auch, dass eine auswärtige Erwerbsarbeit und ein Engagieren am Wohnort schwer unter einen Hut zu bringen sind. „Die Jugend singt, das kann ich Ihnen versichern“, sagte hingegen Gesine Knappe, die Jugendreferentin des Kreischorverbandes. „Nur leider nicht in unseren Chören“, lautete allerdings der Haken. Von ihr kam der Vorschlag, es mit Patenschaften zwischen erwachsenen Sängern und Kindergartenkindern (im Ort) zu versuchen. Im Landkreis gibt es neun Kindergärten, die für ihre Verdienste in der musikalischen Früherziehung mit dem „Felix“ ausgezeichnet sind.

Die Vorstandswahl verlief zügig. Die alte und neue erste Vorsitzende des Kreischorverbandes heißt Dr. Gisela Urban aus Wrestedt. Als erster Kassenwart wurde Wilhelm Forke in seinem Amt bestätigt. Neu zu wählen waren die Schriftführer, die mit Klaus Meyer (Wrestedt) und Christian Brandt (Suderburg) feststehen. Gesine Knappe wurde als Jugendreferentin wieder gewählt.

Von Barbara Kaiser

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