Gemeinsam für Metronom

Nach dem OHE-Aufsichtsratsmitglied Klaus Wiswe schlägt nun auch die UWG-Kreistagsfraktion Alarm. Sie fürchtet um die Zukunft des Metronom, falls die Deutsche Bahn den britischen Arriva-Konzern verkauft.Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Schon unmittelbar nach der Entlassung der Metronom-Geschäftsführer Henning Weize und Carsten Hein im April (AZ berichtete) hatte die UWG-Kreistagsfraktion an Politik und Verwaltung appelliert, sich für die Sicherung des Uelzener Eisenbahn-Unternehmens einzusetzen. Damals war die Resonanz nach den Worten von UWG-Kreistagsmitglied Alfred Meyer aber sehr verhalten. Nun fordert die UWG in einem schriftlichen Antrag an Landrat Theodor Elster und die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen, für den Erhalt des Unternehmens und dessen Arbeitsplätze zu kämpfen.

„Jetzt ist die von uns bereits seinerzeit befürchtete Situation eingetreten“, sagt Meyer. Wie berichtet, erwägt die Deutsche Bahn (DB), den britischen Arriva-Konzern zu kaufen. Dessen Tochter sind die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE), die wiederum der Mutterkonzern von Metronom sind. Branchenkenner vermuten, dass die DB den Arriva-Konzern gleich wieder an ausländische Investoren weiterverkauft. Auch Metronom würde dann vor einer ungewissen Zukunft stehen.

Erst OHE-Aufsichtsratsmitglied Klaus Wiswe habe mit seinem jüngsten Brief die verantwortlichen Politiker von Bund, Land und Kreis wachgerüttelt, erklärt Meyer. „Gemeinsames Handeln ist jetzt zum Erhalt der Metronom und des damit optimalen Nahverkehrsangebotes für den ländlichen Raum gefordert“, bekräftigt er im Antrag der UWG. Das sei eine Herausforderung für den Kreis Uelzen und die mit ihren Bahnhöfen betroffene Stadt Uelzen, Gemeinde Bienenbüttel sowie die Samtgemeinden Bevensen und Suderburg. „Hier ist für die wirtschaftliche Entwicklung einschließlich Tourismus in unserer Heideregion dringender Handlungsbedarf gegeben.“

Meyer fordert den Kreis Uelzen und die betroffenen Kommunen im Namen seiner Fraktion auf, „sofort mit klarer Deutlichkeit“ das Vorgehen von Wiswe „zur Sicherung der Arbeitsplätze und des optimalen Nahverkehrsangebotes der Metronom in unserem ländlichen Raum mit zielorientierten Beschlüssen zu unterstützen“. Die Landes- und Bundespolitiker seien rasch und unmissverständlich auf ihre Verantwortung für die ländliche Region Nordost-Niedersachsen hinzuweisen und aufzufordern, „dem eindeutig erkennbaren Handeln der DB Einhalt zu gebieten“, sagt der UWG-Politiker.

Der Antrag wurde auf die heutige nicht-öffentliche Sitzung des Kreisausschusses gesetzt, bestätigt Landrat Elster gegenüber der AZ. Auch er beobachte den möglichen Metronom-Verkauf „mit Sorge“, auch wenn der Kreis Uelzen – im Gegensatz zur Stadt – selbst keine Anteile an der OHE besitze. „Uns liegt sehr daran, dass Metronom erhalten bleibt“, erklärt Elster.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare