Landkreis-Sprecher betont: Prävention geht alle an

Gemeinsam gegen Extremismus im Kreis Uelzen

In der Gemeinde Wriedel gab es am vergangenen Freitag einen Großeinsatz der Polizei. Hintergrund waren Ermittlungen gegen eine mutmaßliche rechte Terrorgruppe.
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In der Gemeinde Wriedel gab es am vergangenen Freitag einen Großeinsatz der Polizei. Hintergrund waren Ermittlungen gegen eine mutmaßliche rechte Terrorgruppe.

Wriedel/Landkreis – Der Polizeieinsatz in Wriedel gegen mutmaßlichen Rechtsterror am vergangenen Freitag hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt und Besorgnis ausgelöst (AZ berichtete).

Auch die Kreisverwaltung Uelzen bezieht eine klare Position, wie Sprecher Martin Theine auf Anfrage der AZ betont: „Der Landkreis Uelzen setzt sich gegen jede Form von Extremismus ein und versucht, entsprechenden Tendenzen entgegenzuwirken. Sei es durch Jugendarbeit wie Schüleraustausche oder die Unterstützung entsprechender Initiativen wie zum Beispiel des Uelzener Präventionsrates.“

Auch die Kreisverwaltung wurde von dem Einsatz überrascht, der auf Antrag der Generalbundesanwaltschaft mit Sitz in Karlsruhe stattgefunden hattte und Teil einer sechs Bundesländer übergreifenden Operation gegen eine rechtsextreme Vereinigung war.

Theine: „Dem Landkreis Uelzen lagen im Vorfeld keine Informationen über den Einsatz der Sicherheitsbehörden in Wriedel vor. Auch gab es vor diesem Einsatz beim Landkreis diesbezüglich keine Hinweise auf eine entsprechende nationalistische Gruppierung.“

Wie berichtet waren außer dem Tatverdächtigen in Wriedel elf weitere Männer festgenommen worden, die seit vorigem Sonnabend in Untersuchungshaft sitzen. Ihnen wirft die Bundesanwaltschaft vor, sie hätten Deutschland mit Anschlägen auf Muslime, Politiker und Ausländer in eine Art Bürgerkrieg schlittern lassen wollen, um die bestehende Ordnung zu stürzen.

Dagegen vorzugehen, betont die Kreisverwaltung, sei nicht nur die Sache der Institutionen: „Extremistischen Einstellungen vorzubeugen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Vermittlung von Werten wie gegenseitige Toleranz, gegenseitiger Respekt, Gewaltlosigkeit und Weltoffenheit ist Aufgabe aller freiheitlich demokratisch gesinnten Menschen und beschränkt sich nicht auf einzelne Institutionen“, hält Martin Theine fest.

Grundsätzlich gelte, so Theine weiter: „Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Nachbarschaft oder ganz allgemein extremistische Umtriebe vermuten, sollten diesen Verdacht der Polizei melden.“

VON MICHAEL MICHALZIK

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