Uelzener stiften unbürokratisch Bildungsgutscheine

Gemeinsam für Chor und Nachhilfe

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Uelzen. Mit bürokratischen Hürden sind die Bildungsgutscheine für Kinder und Jugendliche von Eltern mit schwachem Einkommen verbunden.

Wer Probleme hat, die Anträge auf Förderung von Nachhilfe, Musikunterricht oder für die Mitgliedschaft in Sportvereinen selbst auszufüllen, erhält meist in den zuständigen Vereinen, Instituten und Ämtern Unterstützung. Aber um Hilfe beim Ausfüllen der Anträge zu bitten, schrecke dann doch viele Eltern ab, sagt Dagmar Rosenau von dem Institut „Nachhilfe im Studienkreis Uelzen“ an der Veerßer Straße. Die Bedingungen für die staatliche Unterstützung seien zudem sehr strikt formuliert, deshalb stiftet der Studienkreis anlässlich seines 25-jährigen Bestehens Bildungsgutscheine im Wert von 1600 Euro auf unbürokratischem Wege an die Schüler, „die sonst leer ausgingen“. Und dieser Initiative schließen sich sechs weitere Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Freizeit an. Zwei Schüler erhalten beim Studienkreis jeweils ein halbes Jahr Nachhilfe in zwei Fächern, zwei weitere Kinder oder Jugendliche dürfen mit diesen Gutscheinen kostenlos am Intensivunterricht während der Sommerferien teilnehmen. Die Musikschule von Susanne Niebuhr vergibt einen Bildungsgutschein über eine einjährige Teilnahme an einem Chor- oder Theaterkursus. Das Tanzstudio von Karin Graaf beteiligt sich ebenfalls mit einem Ballettgutschein an dieser Aktion. Damit die Stipendien bei den Kindern ankommen, die den größten Bedarf haben, übernimmt Linda Rommel von der Freiwilligenagentur Region Uelzen die Koordinierung und ruft noch zu weiteren Bildungsgutschein-Spenden auf. Der Kinderschutzbund ist informiert und gibt gegebenenfalls an die Freiwilligenagentur weiter, wenn ein Kind Bedarf an Bildungsgutscheinen dieser Art hat, erklärt die Ehrenamtskoordinatorin Gundula Lindemann vom DRK. Zu Beginn des neuen Schuljahres sollen diese Gutscheine verteilt sein.

Im vergangenen Jahr waren 2725 Mal Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket im Landkreis beantragt worden (AZ berichtete). 583 Anträge waren für die Teilhabe an Freizeitaktivitäten gestellt worden. „Es wird immer mehr“, ist der Eindruck von Musikschullehrerin Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen). „Wir weisen darauf hin und vermitteln auch.“ Doch eine staatliche Unterstützung mit zehn Euro pro Monat für den Musikunterricht reiche oft nicht aus, insbesondere, wenn die Kinder ein Instrument dafür benötigen. „Singen ist wichtig, auch in den Schulen ist es verbreitet“, erklärt Niebuhr, warum sie einen Gutschein für die Teilnahme am Chor stiftet.

Bei einem Benefiz-Musik-Frühschoppen am Sonntag, 15. Juli, von 11 bis 14 Uhr im DRK-Mehrgenerationenzentrum Uelzen richtet die Freiwilligenagentur ein Fest für die ganze Familie aus. Auch eine Tombola, bei der Gutscheine von regionalen Unternehmen verlost werden, wird zugunsten der Freizeiterlebnisse für Kinder veranstaltet. Hans-Werner Lehmann wird ein Bild von Werner Steinbrecher und eine von Elena Vilanueva gestaltete Schatztruhe sowie signierte CDs von Take That versteigern. Zudem gibt es HipHop- und Zumba-Aufführungen und Live-Musik mit „Gegentakt“, den „Lessingers“ aus Uelzen und NÖV aus Lüneburg.

Von Diane Baatani

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