Geld für Schulbücherei fehlt

Der Platz ist verwaist: Weil das Land seine Finanzierung eingestellt hat, können die Berufsbildenden Schulen I in Uelzen ihre Bibliotheks-Mitarbeiterin nicht mehr beschäftigen. Foto: Mahler

Uelzen/Landkreis. Die Berufsbildenden Schulen (BBS) I in Uelzen benötigen dringend wieder eine Fachkraft für die Verwaltung ihrer Schulbibliothek. Dieses Fazit zog CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese nach einem Gespräch, das er jetzt mit dem Leiter der BBS I, Stefan Nowatschin, dem CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer, dem Vorsitzenden des Kreis-Bauausschusses, Heinz-Hermann Schulze, und dem schulpolitischen Sprecher der Kreis-CDU, Martin Oesterley, geführt hat.

Bis vor einigen Monaten finanzierten die BBS I die halbe Stelle in ihrer Schulbibliothek aus Mitteln des Landes. Doch dieses hat den Modellversuch zur Personalkosten-Budgetierung zum 31. Dezember 2010 eingestellt. Die BBS I können daher ihre Bücherei-Mitarbeiterin aus finanziellen Gründen nicht mehr beschäftigen. „Eine effiziente Ausleihe ist nicht mehr möglich“, bedauert Nowatschin. Zurzeit können die Schüler die Bibliothek nur während der Unterrichtszeiten gemeinsam mit einem Lehrer besuchen. Eine durchgängige Öffnung und Betreuung der Bücherei gibt es dagegen nicht mehr.

„Wir müssen hier unbedingt eine Lösung finden, auch im Sinne einer Gleichbehandlung der BBS I mit den beiden Uelzener Gymnasien“, betont Reese. Denn im LeG und HEG, die in der Trägerschaft der Stadt Uelzen stehen, gibt es sehr wohl Personalmittel für die Verwaltung ihrer Schulbibliotheken.

Von einem „Notstand“ spricht in diesem Zusammenhang auch Jacques Voigtländer, Kreistagsfraktionsvorsitzender der SPD. Er hat sich kürzlich mit Reese über dieses Thema ausgetauscht. Eine halbe Stelle sei in den BBS I „dringend erforderlich“, erklärt er. Die Schüler dürften keine schlechten Arbeitsbedingungen haben als im LeG und HEG. Die BBS I bräuchten nun die Unterstützung des Kreises und der Elternschaft, fordert Voigtländer. „Wir werden dem Landkreis klarmachen, dass wir für die Schulbibliothek eine Finanzierungsmöglichkeit suchen müssen, losgelöst von Einsparungen für eine Finanzhilfe im Rahmen des Zukunftsvertrages.“

Investitionsbedarf sieht Reese auch an anderer Stelle in den BBS I. Zwar wurden in den Bau der neuen Werkhalle für die Berufsfachschule Metallbautechnik bereits rund 700 000 Euro mit Mitteln des Konjunkturprogramms investiert. Für eine Inbetriebnahme der alten Halle für den Fachbereich Kfz-Technik fehle aber noch eine Abluftanlage. Reese verspricht, die CDU werde sich „schnellstens um die notwendigen Mittel in einer Größenordnung von unter 10 000 Euro kümmern, damit dieser Bereich auch für die Schüler nutzbar ist“.

Zudem machen sich die CDU-Politiker für den Einbau eines Fahrstuhls am BBS-I-Standort Scharnhorststraße stark, nachdem im Gebäude an der Wilhelm-Seedorf-Straße ein solcher bereits installiert wurde. Dazu müsse bald eine Entscheidung getroffen werden, weil sich ein schwerbehinderter Schüler angemeldet habe, fordert Reese.

Von Bernd Schossadowski

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