Gelber Sack in Kreis-Hand?

+
Seit 2008 ist die Firma Alba für die Abfuhr der gelben Säcke im Kreis Uelzen verantwortlich. Doch Ende dieses Jahres läuft der Vertrag aus. Nun spielt der Kreis mit dem Gedanken, sich um die Neuausschreibung bis zum Jahr 2013 zu bewerben.

Uelzen/Landkreis. Gelbe Säcke, die nicht rechtzeitig abgeholt werden und deshalb tagelang am Straßenrand liegen bleiben (AZ berichtete). Dazu ein Mangel an Säcken bei den Ausgabestellen, weil der Nachschub nicht eintrifft: Die Beschwerden über die Entsorgungsfirma Alba, die für die Abfuhr der Wertstoffsäcke im Kreis Uelzen verantwortlich ist, reißen nicht ab. Jetzt erwägt der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises, die Entsorgung der gelben Säcke ab 2011 selbst in die Hand zu nehmen. Denn zum Jahresende 2010 läuft im Kreis Uelzen der Vertrag des Dualen Systems Deutschland (DSD) mit dem Unternehmen aus. Von Bernd Schossadowski

„Die Erfahrungen mit Alba waren nicht so gut und haben uns bewogen, uns die Ausschreibung für die Neuvergabe des Auftrages anzuschauen“, sagte AWB-Leiterin Renate König jetzt im Werksausschuss für Abfallwirtschaft. „Damit könnte der Ärger wegen der Nichtlieferung oder der fehlenden Abholung von Säcken umgangen werden“, glaubt sie.

Ihren Worten zufolge will der AWB zunächst die Ausschreibungsunterlagen beim DSD anfordern und diese prüfen. „Wir müssen erstmal sehen, ob sich das für uns überhaupt rechnet, erklärte König. Letztlich müsse jedoch die Kreispolitik beschließen, ob sich der AWB um die Entsorgung im Kreis Uelzen bewerben soll. Diese wird für die Jahre 2011 bis Ende 2013 ausgeschrieben. Über die Auftragsvergabe entscheidet das DSD.

Für diese Aufgabe sieht Frank Peters, zuständiger Dezernent bei der Kreisverwaltung, den AWB gut gerüstet. „Wir können das betrieblich mit unserem eigenen Personal leisten und würden keine zusätzlichen Kosten produzieren. Für die Kunden können wir das nur verbessern, wenn wir das in einer Hand haben“, meinte er.

Logistisch sei es für die Mitarbeiter des AWB kein Problem, neben der Leerung der Restmülltonnen auch die Wertstoffsäcke abzuholen, bestätigte König. „Neu wäre für uns aber, eine Umschlagstelle zu organisieren und gelbe Säcke zu beschaffen.“ Doch andere Verwaltungen, etwa der Kreis Nienburg, hätten bewiesen, dass die Entsorgung der Wertstoffsäcke auch in kommunaler Hand funktioniere.

Zustimmung für das Vorhaben signalisierte Ausschussmitglied Gerhard Schulze (CDU). „Jede Entscheidung, die im Landkreis Uelzen Arbeitsplätze sichert und die Bürger nicht mehrbelastet, würden wir mittragen“, sagte er. Und Wolfram Sest (Grüne) schlug scherzhaft vor: „Diejenigen Kreismitarbeiter, die sich jetzt mit den Mängeln des Dualen Systems beschäftigen müssen, können sich künftig darum kümmern, die gelben Säcke einzusammeln.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare