2021 könnten sie kommen

Gelbe Tonnen: Der Weg ist geebnet

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Die Zeiten der gelben Säcke sollen 2021 im Landkreis gezählt sein, dann sollen Leichtverpackungen in gelben Tonnen gesammelt werden. 

Uelzen – Rund drei Millionen gelbe Säcke werden pro Jahr im Landkreis Uelzen von Müllwerkern abgeholt. Bei Sturm „wandern“ abgestellte Säcke durch die Straßen. Oder Waschbären und Katzen räumen sie aus. Ein Ärgernis.

Die Kreispolitik hat nun den Weg für die Einführung von gelben Tonnen geebnet. 2021 könnten sie kommen.

Die Joghurtbecher liegen auf dem Gehweg, die Milchtüte auf dem angrenzenden Rasen. Die Plastikhülle, in der Würste verpackt waren, hat es bis auf die Straße geschafft. Auf der Suche nach Nahrung hat ein Waschbär oder eine Katze im abgestellten gelben Sack gewühlt. Solche Bilder sollen im Landkreis auf Sicht der Vergangenheit angehören. Die Kreispolitik hat dafür jetzt den Weg geebnet.

Die Kreisbewohner sollen Leichtverpackungen statt in gelben Säcken in gelben Tonnen sammeln können. Die können nicht mehr geplündert werden und „wandern“ auch nicht bei Stürmen durch die Straßen. Andreas Dobslaw, Vorsitzender der SPD-Fraktion, die die Idee zur Umstellung hatte, spricht im jüngsten Kreistag auch von „einem Beitrag zum Umweltschutz“ – durch die Einführung der gelben Tonne lässt sich Müll vermeiden, weil die zurzeit genutzten Säcke selbst einer Entsorgung zugeführt werden müssen. Außerdem wird ein Missbrauch der Säcke zu anderen Zwecken verhindert.

Simon Goerge, Betriebsleiter vom awb

Mit einer Willensbekundung der Kreispolitik zur Einführung der gelben Tonnen ist es aber nicht getan – es ist komplizierter. Das liegt an den Strukturen. Frühestens 2021 kann damit auch erst eine Umstellung erfolgen, wie Simon Goerge vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (awb) erklärt.

Die Abholung, das Sortieren und die Wiederaufbereitung von Leichtverpackungen liegt nicht in den Händen des Landkreises, sondern beim Dualen System Deutschland. Das stellt die gelben Säcke bereit und kümmert sich auch um die Abholung, indem es Unternehmen beauftragt, die Säcke einzusammeln. Das Bereitstellen von gelben Tonnen im Landkreis Uelzen lehnte das Duale System bisher ab – „aus Kostengründen“, wie Simon Goerge berichtet.

Der Landkreis Uelzen hat unlängst vom Bund ein Instrument erhalten, mit dem die Einführung durchgesetzt werden kann. Seit Jahresbeginn gilt das neue Verpackungsgesetz (VerpackG), das die bisherige Verpackungsverordnung abgelöst hat.

Mit dem Gesetz kann der Landkreis dem Dualen System Vorgaben dazu machen, wie gesammelt wird. Eine sogenannte Rahmenvorgabe, die die Einführung der gelben Tonnen vorsieht, ist formuliert und vom Kreistag nun beschlossen worden.

Mit dem Dualen System steht der Landkreis in Kontakt – zurzeit hat es die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu formulieren. Im Mai rechnet man im Kreishaus mit Antwort. Entweder man willigt ein und es kommt zu einer Vereinbarung zwischen Landkreis und dem Dualen System oder die Rahmenvorgabe tritt in Kraft. Dann gäbe es eine Verpflichtung zur Einführung der gelben Tonnen.

Gemessen an der Zahl von Restmülltonnen müssten bei Einführung der gelben Tonnen rund 33 .000 Behälter im Kreis verteilt werden.

VON NORMAN REUTER

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