Firma Melosch gibt Entwarnung für den Kreis Uelzen / Kostenpflicht in Celle?

Gelbe Säcke bleiben gratis

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Eine Kostenpflicht für gelbe Säcke ist im Kreis Uelzen nicht geplant, betont die mit der Entsorgung beauftragte Firma Melosch. Dagegen wird im Kreis Celle über eine solche Gebühr diskutiert.

Uelzen/Landkreis. Spekulationen aus dem Landkreis Celle haben auch Bürger in der Region Uelzen hellhörig werden lassen: Der Abfallzweckverband des Nachbarkreises deutet in seinem aktuellen Abfallratgeber an, dass die kostenlose Verteilung der gelben Säcke für Verpackungsmüll aufgrund des hohen Verbrauchs möglicherweise gefährdet ist.

Doch sowohl das Duale System Deutschland als auch die für die Entsorgung im Kreis Uelzen beauftragte Firma Melosch geben jetzt Entwarnung: „Eine Kostenpflicht für gelbe Säcke ist nicht geplant“, betont Heinz Güthling, zuständiger Mitarbeiter bei Melosch, auf AZ-Anfrage.

Trotzdem würde er eine andere Regelung für richtig halten. „Man hätte die Abgabe von Anfang an kostenpflichtig machen sollen. Würde man 50 Cent pro Rolle verlangen, könnte man den Verbrauch der gelben Säcke besser steuern und bei den Bürgern eine Wertschätzung dafür erzeugen“, sagt er. Das sei aber seine persönliche Meinung.

Auch Norbert Völl, Pressesprecher des Dualen Systems Deutschland, schließt aus, dass die Bürger im Kreis Uelzen künftig für gelbe Säcke bezahlen müssen. „Die Entsorgung von Verbraucherverpackungen ist grundsätzlich kostenlos. Das regelt die Verpackungsverordnung so“, erklärt Völl. Pläne, die Abgabe kostenpflichtig zu machen, seien deshalb rechtlich nicht durchsetzbar.

Es gebe in Deutschland jedoch Kommunen, die Säcke für Verpackungsmüll über den Einzelhandel verkauften. Ein Beispiel sei der Kreis Schaumburg, wo eine Rolle mit 25 Säcken 1,30 Euro koste. „Dort handelt es sich aber um andere Säcke, die zusätzlich zu denen des Dualen Systems zur Verfügung gestellt werden“, erläutert Völl.

Etwa 2,7 Millionen gelbe Säcke verwenden die Haushalte im Kreis Uelzen pro Jahr, berichtet Güthling. Deutlich höher ist der Verbrauch im Kreis Celle. Dort hatte der kommunale Abfallzweckverband zwischen 2011 und 2013 insgesamt 18,4 Millionen Verpackungsmüllsäcke ausgegeben.

Güthling will nicht ausschließen, dass auch im Kreis Uelzen einige Bürger gelbe Säcke horten. Doch das Personal an den Ausgabestellen achte darauf, dass nur haushaltsübliche Mengen mitgenommen werden. „Das hält das System in einem vernünftigen Maß“, sagt er.

Allerdings würden etwa 70 Prozent der gelben Säcke von den Verbrauchern falsch befüllt, zum Beispiel mit Kunststoffmaterial, das nicht den grünen Punkt des Dualen Systems trägt. Doch nur Verpackungsmüll mit dieser Kennzeichnung dürfe in den Säcken entsorgt werden. „Dahinter steckt aber kein böser Wille der Bürger, sondern vielfach Unwissen“, erklärt Güthling. Zugleich räumt er mit einem Kritikpunkt am Material der gelben Säcke auf: Diese seien absichtlich so dünn, um zu verhindern, dass sie zweckentfremdet würden – zum Beispiel für schwere Abfälle, die dort nicht hineingehörten.

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