Gelbe Jacken für dunkle Wochen

Diese neongelben Warnjacken des Maschinenrings Uelzen-Isenhagen sollen die Gefahren bei den Rübentransporten und im Umgang mit der „Rübenmaus“ verringern. Die Jacken sind Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts für die aktuelle Kampagne.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Ihr Ziel ist die Unfallverhütung während der Rübenkampagne: Deshalb haben der Maschinenring Uelzen-Isenhagen und die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zusammen mit der Uelzener Zuckerfabrik ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeitet, das seit 2004 in Kraft ist. In diesem Jahr steht ein neuer Aspekt im Mittelpunkt: die Sicherheitskleidung der Fahrer von Rübentransporten. Denn schlechte Sicht- und Straßenverhältnisse im Herbst und Winter stellen für sie besondere Herausforderungen dar.

„Wir hatten – abgesehen von Straßenverkehrsunfällen – seit Jahren keine größeren Unglücke während der Rübenkampagne. Und das soll so bleiben“, betont Uwe Otte, Geschäftsführer des Maschinenrings Uelzen-Isenhagen. Daher bezuschusst dieser Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe den Kauf neongelber Warnjacken mit reflektierenden Streifen, Kapuze und wärmendem Futter. Sie kosten pro Stück regulär 39 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, doch Mitglieder des Maschinenrings können sie nun für 20 Euro plus Steuer bei der Uelzener Firma Semmler beziehen.

„Die Jacken sind aber nicht nur für Rübentransporte zu gebrauchen, sondern auch für die Anlieferer von Kartoffeln, Zwiebeln und Mais“, sagt Otte. Sie alle stehen zurzeit besonderen Gefahren gegenüber: „Es wird früher dunkel, die Sicht ist schlecht – da muss man unbedingt gut gesehen werden.“

Das gilt aber nicht nur für die Morgen- und Abendstunden. Denn um die Rübentransporte zur Uelzener Zuckerfabrik zu entzerren, wird die süße Fracht seit einigen Jahren auch nachts angeliefert. „Das birgt wesentlich größere Unfallrisiken“, weiß Otte. Bis zum Ende der Kampagne im Januar 2011 werden mehrere tausend Rübenlaster im Uelzener Werk erwartet – bei einer Gesamtliefermenge von 2,1 Millionen Tonnen.

Laut Otte haben schon rund 300 von insgesamt 1026 Mitgliedern des hiesigen Maschinenrings die Warnjacken gekauft. Doch diese sind nur ein Aspekt des Sicherheitskonzepts. Vor allem der Umgang mit der „Rübenmaus“, einem selbstfahrenden Lade- und Reinigungsgerät, birgt Gefahren. Daher werden die Rübenfahrer intensiv geschult – und zwar nach strengen Sicherheitsvorgaben der Berufsgenossenschaft.

Noch vor einigen Jahren seien die Rüben fast ausschließlich von ausgebildeten Landwirten transportiert worden, berichtet Otte. Inzwischen seien vermehrt Arbeitskräfte aus anderen Berufsfeldern im Einsatz. „Das Verständnis für gefährliche Situationen ist bei ihnen weniger ausgeprägt“, hat Otte festgestellt. „Zugleich ist der Zeitdruck gewachsen und die Technik anspruchsvoller geworden“, ergänzt Christian Lüschow, stellvertretender leitender Aufsichtsbeamter der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niedersachsen/Bremen.

Das gemeinsame Sicherheitskonzept sieht zudem Schulungen für Lkw-Fahrer vor. Sie werden auf die besonderen Gefahren im Kurzstreckenverkehr bei gleichzeitigem Transport hoher Lasten hingewiesen. Die praktische Fahrausbildung erfolgt auf dem ADAC-Testgelände in Hannover und Lüneburg.

Georg Sander, Rübenmanager der Uelzener Zuckerfabrik, begrüßt das Sicherheitskonzept ausdrücklich. „Die Idee mit den Warnwesten finde ich klasse“, sagt er. Schon seit Jahren sei die Nordzucker AG in Gesprächen mit den Beteiligten der Rübentransporte. „Unser Ziel ist, alles Mögliche zu tun, um die Sicherheit aller Teilnehmer im Straßenverkehr zu gewährleisten.“

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