Geschichtswerkstatt Uelzen gedenkt Opfern des Nationalsozialismus

Gegen das Vergessen

Dietrich Banse, Bürgermeister Otto Lukat (Mitte) und Propst Jörg Hagen legten am Mahnmal Blumen nieder. Foto: Jepsen

Uelzen. Gegen das Vergessen und an die Erinnerung hat gestern Nachmittag die Geschichtswerkstatt Uelzen appelliert. Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus lud der Verein zu einer Veranstaltung im Uelzener Rathaus ein.

Im Beisein von knapp 50 Gästen eröffnete Dietrich Banse, stellvertretender Vorsitzender der Geschichtswerkstatt, eine Ausstellung, die an die Stolpersteinverlegung des Künstlers Gunter Demnig im August 2011 und Oktober 2012 erinnert.

„Stolpersteine sollen Fußgänger nicht zum Stolpern bringen, sondern eine Erinnerung sein“, sagte Banse mit Blick auf die insgesamt 17 Steine, die die Innenstadt säumen. Sie zeigen Porträts ermordeter Uelzener Juden. Die Ausstellung mit Fotografien von Dieter Pietsch führe das Schicksal der Menschen vor Augen und dokumentiere die große Anteilnahme der Uelzener, erklärte Banse. Jeder Gedenkstein gebe denjenigen ihren Namen wieder, die ihre Identität im Nationalsozialismus verloren haben.

Stadtarchivar Dr. Reimer Egge erinnerte an die Schicksale jener, die sich dem NS-Regime und ihrer Helfer widersetzten. „Die Aufarbeitung dieser Verbrechen an der Menschlichkeit ließ lange auf sich warten“, sagte Egge. Einen ersten Schritt habe der ehemalige Bundespräsident Theodor Heuss gemacht, als 1952 die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen einweihte. Die ganze Welt habe auf ihn geschaut, so Egge.

Uelzens Bürgermeister Otto Lukat legte am frühen Abend Blumen am Mahnmal für die Opfer des Nationalzoszialismus nieder. Der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wurde 1996 als Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes ins Leben gerufen.

Von Melanie Jepsen

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