Gegen plötzliches Bremsen

Vor diesem Blitzer auf der B 4 bei Jelmstorf steht seit kurzem ein 100er-Schild. Damit sollen die Autofahrer von irrtümlichen Bremsmanövern abgehalten werden. Auch bei Mehre und Groß Süstedt will der Kreis jetzt entsprechende Schilder aufstellen.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die Reifenspuren auf der Fahrbahn vor der Blitzanlage bei Jelmstorf sprechen eine deutliche Sprache: Viele Autofahrer auf der Bundesstraße 4 treten kräftig auf die Bremse, wenn sie die Mess-Säule am Straßenrand sehen. Zwar ist dort Tempo 100 erlaubt, doch viele nehmen irrtümlich an, dass langsamer gefahren werden muss.

Ähnliches gilt für zwei 100er-Zonen auf der B 71, wo jeweils zwei Blitzanlagen – eine für jede Fahrtrichtung – stehen: in Groß Süstedt und an der Abzweigung nach Mehre. Nun hat der Landkreis reagiert und vor der Jelmstorfer Mess-Säule zur Klarstellung ein 100er-Schild aufgestellt. Auch in Mehre und Groß Süstedt sollen demnächst Schilder auf dieses Tempolimit hinweisen.

Das sei jedoch kein Eingeständnis, dass durch die Blitzer Gefahrensituationen für Autofahrer verursacht worden seien, die nun entschärft werden müssten, betont Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. „Es ist ein Versuch, das Ganze zu entkrampfen und es den Kraftfahrern einfacher zu machen, die Verkehrssituation richtig einzuschätzen“, erklärt er. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall einer 20-jährigen Autofahrerin, der sich im vergangenen Oktober vor dem Jelmstorfer Blitzer ereignet hatte (AZ berichtete).

Vielmehr habe die dortige Messanlage die Verkehrssicherheit erhöht. Im Bereich der Tankstelle und des Zebrastreifens in Jelmstorf hätten sich regelmäßig Unfälle ereignet, erinnert Dobslaw. „Doch seitdem der Blitzer dort steht, ist das ganz deutlich zurückgegangen.“ Umgekehrt ist er überzeugt, dass die Unfallzahlen wieder spürbar zunehmen, wenn diese Messanlage abgebaut würde. Die Bremsspuren auf der B 4 bei Jelmstorf hält er ohnehin für nichts Ungewöhnliches: „Die gibt es vor jedem Blitzer.“

Auch Bernd Hayduk, Leiter des Kreis-Straßenverkehrsamtes, verteidigt das Aufstellen der Schilder vor den Blitzern. Das sei eine Reaktion auf Beobachtungen der Polizei, erklärt er. Diese habe festgestellt, dass viele Kraftfahrer an diesen Stellen irritiert seien, wie schnell sie eigentlich fahren dürfen. „Deshalb ist es sinnvoll, dort noch einmal darauf hinzuweisen.“

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