Ausbildung vor Ort: Klinikum Uelzen will den Mediziner-Nachwuchs in der Region halten

Gegen den Facharztmangel

Chefarzt der Gastroenterologie (Magen-Darmerkrankungen): Prof. Dr. Friedrich Lübbecke. Archivfoto: Mitzlaff

Uelzen. Dem Ärztemangel in der ländlichen Region begegnet das Klinikum Uelzen mit intensiver Nachwuchsförderung. Zum Beispiel in den Abteilungen der Inneren Medizin werden derzeit 19 Ärzte ausgebildet.

Fünf von ihnen werden noch innerhalb des kommenden Jahres die Facharztausbildung in der Inneren Medizin abgeschlossen haben, berichtet Chefarzt Dr. Dietmar Wietholt.

Chefarzt Dr. Dietmar Wietholt

„Ärztemangel gibt es überall“, erklärt Pressesprecher Sebastian Haeger, „wir haben ein großes Interesse daran, diejenigen, die sich hier weiterqualifizieren, auch am Klinikum zu halten.“ Eine Anstellung im Anschluss an die Facharztausbildung könne zwar nicht im Vorhinein zugesagt werden. Die „sehr enge Zusammenarbeit“ mit den niedergelassenen Ärzten in der Region helfe aber auch außerhalb der Klinik bei der Stellensuche. So seien von den in den vergangenen Jahren vor Ort ausgebildeten Fachärzten zehn Mediziner in der hausärztlichen und fachärztlichen ambulanten Versorgung in der Region tätig – zusätzlich zu den von der Klinik übernommenen Kollegen.

In den zwei Abteilungen Innere Medizin I und II, die von den Chefärzten Wietholt und Prof. Dr. Friedrich Lübbecke geleitet werden, bestehen zur ärztlichen Weiterbildung umfangreiche Ermächtigungen durch die Ärztekammer Niedersachsen.

Für die Innere Medizin sind nach dem Staatsexamen und der Erteilung einer Approbation im Regelfall sechs Jahre Weiterbildung im stationären Bereich erforderlich. Für die Basisausbildung Innere Medizin und Allgemeinmedizin sowie zur Erlangung der Facharztbezeichnung in der Gastroenterologie oder etwa der Kardiologie werden jeweils drei Jahre angesetzt. Die Weiterbildung zur speziellen internistischen Intensivmedizin dauert zwei Jahre.

Für die Behandlung von etwa 5500 stationären Patienten jährlich und etwa der gleichen Anzahl ambulanter Untersuchungen sind derzeit in der Inneren Medizin des Klinikums 33 Ärzte festangestellt, insgesamt arbeiten an dem Uelzener Krankenhaus etwa 120 Ärzte. 14 Fachärzte der Inneren Medizin unterrichten derzeit den Nachwuchs. „Der Anteil an Fachärzten stellt ein wichtiges strukturelles Merkmal für die Versorgungsqualität dar“, erklärt Wietholt, der den Bereich Kardiologie, Angiologie und Pneumologie leitet. Die Mitarbeiter der Inneren Medizin würden auch nach der Erlangung des Facharzt-Titels weiterhin intern und extern regelmäßig geschult.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare