Lkws auf Bundesstraßen – Durchfahrtssperren im Gespräch

Gefühle und Zahlen

„Man gewöhnt sich dran“: Lkws rollen auf der Bundesstraße 71 durch Eimke. Foto: Tenbrink

Eimke/Göhrde. „Gefühlt ist es schon so, dass mehr Lkws auf den Bundesstraßen unterwegs sind, seitdem die Maut eingeführt wurde“, sagt die Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen, Manuela Kapak-Wendt. Genaue Aufschlüsse liefere jedoch erst die nächste Verkehrszählung im Jahr 2015.

Seit Einführung der Maut-Gebühr auf Bundesautobahnen hält sich der Eindruck, dass ein Teil des Schwerlastverkehrs auf Bundesstraßen ausweicht. Seit diesem Monat wurde die Gebührenpflicht daher ausgedehnt, insbesondere auf vierspurig ausgebaute Bundesstraßen mit Autobahnanschluss. Im Landkreis Uelzen greift diese Neuerung nicht, da die vier hiesigen Straßen – B 4, B 71, B 191 und B 493 – allesamt einspurig sind. Dabei wird auch in der Region eine Zunahme des Schwerlastverkehrs auf Bundesstraßen von den Anliegern registriert. „Der Verkehr hat zugenommen“, ist sich Herbert Schulte aus Eimke sicher. Sein Haus liegt direkt an der B 71. „Wenn Türen und Fenster auf sind und einer hier richtig Gas gibt, ist das schon unangenehm“, erläutert er, „aber dann macht man eben alles zu – im Winter ohnehin kein Problem.“ Da es das früher nicht gegeben habe, ist Schulte schon der Meinung, dass es sich zum Teil um Maut-Flüchtige von der Autobahn handelt. Seine Nachbarin Sandra Kniep kann den Lärm von der Straße inzwischen ausblenden: „Man gewöhnt sich dran, irgendwann hört man es gar nicht mehr.“

Deutlich drastischer stellt sich die Situation kurz hinter der nördlichen Kreisgrenze dar: In Göhrde luden Vertreter der „Bürgerinitiative gegen Schwerlastverkehr an der B 216“ und der stellvertretende Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Hans-Christian Friedrichs, nun die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte (Grüne) zu einem Vor-Ort-Termin ein. Staudte sieht eine mögliche Lösung in der Einrichtung von Durchfahrtsverboten für Transit-LKW-Verkehr. Diese sollten erleichtert werden, denn bislang müssten sich die Anrainer-Landkreise hierfür untereinander verständigen. Friedrichs hatte darauf hingewiesen, dass der Transit-Schwerlastverkehr auf der B 216 zwischen 2005 und 2010 um bis zu 70 Prozent zugenommen habe.

Auf der B 71, die quer durch den Landkreis Uelzen verläuft, wurden im Jahr 2010 hingegen rund 30 Prozent weniger Lkws gezählt, als bei der Erhebung fünf Jahre zuvor, wie Annette Padberg, Mitarbeiterin im Geschäftsbereich Lüneburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, mitteilt. Allerdings enthielten die Zahlen sämtliche Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen und nicht explizit den Schwerlastverkehr von über 12 Tonnen, für den auf Autobahnen die Maut-Pflicht gilt. Dennoch ließe sich anhand der Daten ein bestimmter Trend ablesen: „2005 hat sich die Zahl der Lkws auf der B 71 im Vergleich zum Jahr 2000 fast verdoppelt.“ Im nächsten Fünfjahreszeitraum ging die Quote dann wie beschrieben deutlich zurück. „Das lässt vermuten, dass zunächst versucht wurde, auf Ausweichstrecken zu fahren“, erläutert Padberg, „und dass sich dann gezeigt hat, dass sich die Umwege nicht unbedingt lohnen.“ Die Tendenz auf der Bundesstraße 4 sei vergleichbar.

Von Karsten Tenbrink

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