Mehr als 100 Handwerksgesellen im Bad Bevenser Kurhaus freigesprochen

Gefragtes Können

Jedem Einzelnen wurde gratuliert: Lehrlingswartin Claudia Schmidt-Pfeifer übergibt den Gesellenbrief. Fotos: Jansen

Bad Bevensen/Landkreis. Mehr als 100 frisch gebackene Gesellen im Handwerk haben bei der Freisprechungsfeier im Kurhaus Bad Bevensen ihre Gesellenbriefe entgegen genommen. 18 erhielten für die besonders guten Ergebnisse eine Urkunde mit Auszeichnung.

Kreislehrlingswartin Claudia Schmidt-Pfeifer begrüßte „alle an der Ausbildung der jungen Handwerker beteiligten“ Ausbilder, Lehrer, Eltern und weitere Partner zur Traditionsveranstaltung. „Das ist ein großer Tag für Sie“, wandte sich Pfeifer an die jungen Handwerkerinnen und Handwerker, „Grundlage für ein zufriedenstellendes Arbeitsleben.“ Ihnen zu Ehren seien viele Gäste aus Politik und Verwaltung gekommen, die gratulieren und für den weiteren Lebensweg viel Erfolg wünschen. Mit frischen Klängen schuf die KGS-Schülerrockband einen angemessenen musikalischen Rahmen für die Feier zu Ehren der jungen Absolventen.

„Sie haben allen Grund, stolz zu sein“, betonte Kreishandwerksmeister Diplom-Ingenieur Horst Saevecke, bevor er die Junggesellinnen und Junggesellen von ihren Pflichten gegenüber den Ausbildungsbetrieben freisprach: „Ich spreche sie los und frei.“ Und auch Oberstudienrat Stefan Nowatschin, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen Uelzen, befreite die jungen Handwerker „offiziell von ihrer Berufsschulpflicht“.

Das duale Ausbildungssystem habe sich bewährt, berichtete Nowatschin von Anfragen aus China, die das deutsche System übernehmen wollen. Wer vor drei Jahren mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung einstieg, habe mit dem Gesellenbrief den Realschulabschluss oder gar erweiterten Realschulabschluss erlangt. „Ihre Ausbildung eröffnet Ihnen ein lebenslanges Lernen“, weil dem ausgebildeten Handwerker jeder weiterführende Bildungsweg offen stünde. Zur Umsicht bei der beruflichen Verwirklichung mahnte Landrat Dr. Theodor Elster, der vor Jahren jungen Handwerkern geraten hatte, sich die Welt anzuschauen – heute werden die Fachkräfte im Landkreis dringend gebraucht.

Wo sich vor einiger Zeit gut ausgebildete Handwerker für Hilfsarbeiten in der Industrie andienen mussten, gehen sie heute „erhobenen Hauptes zur Agentur für Arbeit und verlangen eine qualifizierte Tätigkeit, die ihrem Können entspricht.“ Es gibt zahlreiche arbeitslose Akademiker, aber einen Handwerksmeister müssen die Betriebe lange suchen. Elster: „Bleiben Sie dem Handwerk gewogen.“

Der 20-jährige Jens-Peter Tuppatsch, der seinen Abschluss zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik bei der Firma alca-tec GmbH in Lüchow mit Auszeichnung bestanden hat, hat schon Anfang des Monats in Vechta ein duales Studium Maschinenbau aufgenommen. Danach wolle er in die Region zurückkehren, verspricht er, „wenn es Arbeit für mich gibt.“

Von Angelika Jansen

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