Polizei verzeichnet im vergangenen Jahr 866 Wildunfälle im Kreis Uelzen

Gefahr lauert am Waldrand

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(Symbolfoto) Nachts und in der Dämmerung sind sie besonders aktiv und überqueren häufig unvermittelt die Straßen.

Uelzen/Landkreis. Nachts und in der Dämmerung sind sie besonders aktiv und überqueren häufig unvermittelt die Straßen. Die Rede ist von Wildtieren, die für Autofahrer eine anhaltend hohe Gefahr darstellen.

So hat die Polizei im vergangenen Jahr im Kreis Uelzen insgesamt 866 Wildunfälle mit zwei schwer- und vier leichtverletzten Menschen registriert. Ein Jahr zuvor waren es kreisweit 935 Wildunfälle, bei denen achtmal Personen zu Schaden kamen. Diese Bilanz zog jetzt Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.

Für ihn ist der leichte Rückgang kein Grund, Entwarnung zu geben. „Die Zahlen unterliegen seit Jahren einem Auf und Ab“, erklärt er. So wurden 2008 insgesamt 861 Wildunfälle im Kreis Uelzen gezählt, ein Jahr später waren es 926. 2010 gab es dann mit 822 Unfällen eine vergleichsweise niedrige Zahl, die 2011 wieder auf 833 anstieg.

Andreas Dobslaw

„Gerade in einem Flächenlandkreis wie Uelzen besteht ein besonders großes Risiko von Wildunfällen“, sagt Dobslaw im AZ-Gespräch. Die Dunkelziffer dürfte sogar noch wesentlich höher sein, weil die betroffenen Fahrer nicht alle Unfälle melden. Dobslaw appelliert deshalb an die Verkehrsteilnehmer, in Waldgebieten und auf Straßen, die an Felder angrenzen, aufmerksam und langsam zu fahren. „Ich habe selbst zwei Wildunfälle hinter mir, deshalb bin ich nachts besonders vorsichtig und bleibe, auch wenn Tempo 100 erlaubt ist, deutlich unter dieser Marke“, sagt Dobslaw.

Er setzt seine Hoffnungen in die 7000 blauen Reflektoren an Leitpfosten, die die Kreisjägerschaft zusammen mit ihren Kooperationspartnern an vielen wildreichen Strecken im Kreisgebiet installiert hat. Wie berichtet, soll der blaue Lichtstrahl, der durch die Scheinwerfer der Fahrzeuge erzeugt wird, das Wild vom Überqueren der Fahrbahnen abhalten. Über dieses Engagement der Jägerschaft für mehr Verkehrssicherheit zeigt sich Dobslaw hoch erfreut. „Ich bin davon schwer begeistert“, sagt er.

Allerdings gebe es gegen Wildunfälle kein Allheilmittel. Vielmehr sei eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen nötig – neben den Reflektoren auch Wild-Duftzäune, Hinweisschilder und die orangen Dreibeine der Jägerschaft. „Wir müssen dafür sorgen, dass Wildunfälle von den Autofahrern als Gefahrenpotenzial erkannt werden“, betont Dobslaw.

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