Gefahr durch Mähdrescher

Mähdrescher sind in den nächsten Wochen ein vertrautes Bild im Kreis Uelzen, erhöhen aber auch die Gefahr im Straßenverkehr. Daher gibt die Landwirtschaftskammer Tipps zur Erntezeit. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Auch wenn der Regen den Landwirten derzeit einen Strich durch die Rechnung macht, ist es unübersehbar: Die Ernte im Kreis Uelzen hat begonnen. „Seit Montag dieser Woche wird die Wintergerste geerntet“, sagt Luitpold Scheid, Leiter der Fachgruppe Pflanzenschutz und -bau der Landwirtschaftskammer-Bezirksstelle Uelzen. Doch weil die ausladenden Erntemaschinen und voll bepackten Transportfahrzeuge nun verstärkt auf den Straßen im Kreisgebiet unterwegs sind, birgt das zahlreiche Gefahren für Verkehrsteilnehmer.

„Das wird sich bis tief in den Herbst fortsetzen, erst dann sind auch Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben geerntet“, erklärt Walter Hollweg, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Daher bittet die Kammer alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Vorsicht und Nachsicht, falls es im Zuge der Erntearbeiten zu Behinderungen kommen sollte.

„Die landwirtschaftlichen Maschinen sind sehr groß und breit, daher kann es auf engen Straßen zu Konflikten mit anderen Fahrzeugen kommen“, warnt Scheid. So sind Mähdrescher und Häcksler bis zu drei Meter breit, mit blinkendem gelben Rundum-Licht sogar breiter, und durchaus 18 Meter lang. Das erschwert das Überholen vor allem auf schmalen Straßen. Außerdem sind viele Maschinen auch nachts unterwegs. „Die Verkehrsteilnehmer sollten nicht davon ausgehen, dass nur tagsüber geerntet wird“, erklärt Scheid.

Auch Hollweg hat einige Tipps parat: „Rot-weiße Warntafeln sind ein Hinweis auf relativ breite Fahrzeuge oder Arbeitsgeräte“, sagt er. „Bedenken Sie: Nicht nur Sie haben durch die großen Gerätschaften beziehungsweise Anhänger mit Ladung einen verminderten Überblick, auch die Sicht des Traktorfahrers nach hinten ist eingeschränkt.“

Besondere Vorsicht sei geboten, wenn landwirtschaftliche Züge und Großmaschinen Straßen überqueren oder von dort abbiegen wollen. In beiden Fällen fahren die Maschinen sehr langsam. Beim Rechtsabbiegen wird häufig nach links über die Fahrbahnmitte ausgeholt, was den nachfolgenden Verkehr irritieren kann. „Die Absicht, nach links oder rechts abzubiegen, ist nicht immer eindeutig zu erkennen“, weiß Hollweg. Auch könnten Beleuchtungseinrichtungen durch Fahrten auf staubigem Boden verschmutzt sein.

Ein weiterer Tipp der Landwirtschaftskammer: Arbeitsgeräte, die am Heck der Traktoren angebaut sind, schwenken entgegen der Abbiegerichtung aus. Dadurch verengt sich plötzlich die Fahrbahn für überholende und entgegenkommende Fahrzeuge. Darüber hinaus können Warndreiecke am Straßenrand auf abgestellte landwirtschaftliche Fahrzeuge oder verschmutzte Fahrbahnen hinweisen. „In beiden Fällen ist Vorsicht und langsames Fahren geboten“, empfiehlt Hollweg.

Von Bernd Schossadowski

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