Zusammenrücken hinter Gittern

Gefängnis in Uelzen: Mehr Häftlinge müssen sich Zellen teilen

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Die Uelzener JVA am Breidenbeck sieht sich einem höheren Belegungsdruck ausgesetzt. So gibt es inzwischen auch wieder verstärkt Doppelbelegungen von Hafträumen.

Uelzen – Durch eine gestiegene Zahl von Menschen, die zur Verbüßung von Strafen eine Zeit im Gefängnis zubringen müssen, sieht sich die Justizvollzugsanstalt in Uelzen einem stärkeren Belegungsdruck ausgesetzt.

So werden inzwischen mehr Häftlinge auch wieder zu zweit in einer Zelle untergebracht.

Nach den Worten von Anstaltsleiterin Sabine Hamann sei es durch den höheren Belegungsdruck auch nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit möglich, Häftlinge für ein friedlicheres Miteinander nach Altersgruppen und Herkunft einzuteilen. Das sei bedauerlich.

Die gestiegenen Häftlingszahlen haben das Land Niedersachsen indes dazu veranlasst, über einen Ausbau von Justizvollzugsanstalten nachdenken zu lassen. Die JVA in Uelzen ist dabei ein Standort, bei dem geprüft wird, ob ein Ausbau möglich ist, wie Sabine Hamann sagt.

Sabine Hamann, Leiterin der JVA Uelzen.

In der Uelzener JVA am Breidenbeck werden seit 1987 Strafgefangene untergebracht. Über die Jahre waren durch zwischenzeitlich gesunkene Häftlingszahlen die Zellen in der JVA für eine Einzelunterbringung hergerichtet worden. Gegenüber der AZ bestätigt Hamann nun wieder Doppelbelegungen von Zellen in Abteilungen des Gefängnisses. Diese seien aber überschaubar.

In Zahlen: Aktuell gibt es 27 solcher Doppelhafträume und 205 Einzelhafträume. Eine Doppelbelegung könne sinnvoll sein, wenn beispielsweise ein Häftling sich einsam fühle oder krankheitsbedingt nicht alleine untergebracht sein sollte, so Hamann.

Zuletzt kam es im Gefängnis verstärkt auch zu Umzügen von Häftlingen – einen Zusammenhang mit dem Belegungsdruck gibt es hier aber nicht. Vielmehr werden die Zellen mit einer sogenannten „Haftraumkommunikation“ ausgestattet. Dabei handele es sich um eine technische Anlage, die vergleichbar mit dem Rufsystem in Krankenhäusern sei, so die JVA-Chefin.

In den Kliniken können Patienten via Knopfdruck eine Schwester herbeirufen. Bei der Haftraumkommunikation würden Rufe über die Anlage bei dem wachhabenden Personal sowie in der Sicherheitszentrale auflaufen. Die Anlage diene dazu, dass sich Insassen zu Schließzeiten melden könnten, wenn gesundheitliche Probleme auftreten. Im Gefängnis sitzen unter anderem Männer ein, die aufgrund einer Alkohol- oder Drogensucht straffällig wurden.

Arbeiten an der Anlage sind zum Teil in Häusern und Abteilungen bereits abgeschlossen. Die ersten Erfahrungen mit dem System zeigten, dass es nicht von den Häftlingen missbraucht werde, so Hamann.

VON NORMAN REUTER

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