Wer einbricht, erleidet Kälteschock

Oldenstadt: Spielende Kinder auf Eisfläche des Elbseiten-Kanals ‒ Lebensgefahr!

Eisfläche auf dem Elbe-Seitenkanal
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Eisige Temperaturen: Eis bildet sich auf dem Elbe-Seitenkanal
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Zwei Kinder werden beobachtet, wie sie auf der Eisfläche des Elbe-Seitenkanals spielen. Was nach Winterspaß aussieht, ist nach Einschätzung eines Experten lebensgefährlich: „Wer ins Eis einbricht, erleidet einen Kälteschock“, sagt Clemens Meyer, Vorsitzender der DLRG Rosche.

Uelzen-Oldenstadt ‒ Für sie war es ein Winterspaß, tatsächlich war es aber ein gefährlicher Leichtsinn: Zwei Kinder sind am heutigen Sonnabend, 13. Februar, gegen Mittag beobachtet worden, wie sie auf der Eisfläche des Elbe-Seitenkanals, nahe des Tunnels zwischen Oldenstadt und der Uelzener Birkenallee, herumtollten. Ein Passant forderte die Kinder auf, das Eis zu verlassen. Dem kamen die Jungen nach.

Clemens Meyer, Vorsitzender der Roscher Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), erklärt: Eis müsse mindestens eine Dicke von 13 Zentimetern haben, um darauf gehen zu können. Eine solche Dicke werde sicher noch nicht erreicht auf dem Elbe-Seitenkanal. Zumal: „Der Schnee isoliert auch, weswegen es nicht so schnell zur Eisbildung kommt“, sagt Clemens.

Wer ins Eis einbreche, der erleide einen Kälteschock, so Meyer weiter. Die Muskeln reagieren nicht mehr. Nach wenigen Minuten seien Betroffene unterkühlt und es gebe keine großen Überlebenschancen mehr. Kommt es zu einem Einbruch, sollte umgehend Hilfe geholt werden.

Der Elbe-Seitenkanal erreicht eine Tiefe von bis zu 4,50 Meter. Zurzeit ist der Schiffsverkehr eingestellt.

Die Hansestadt Uelzen warnt auch vor einem Betreten von Eisflächen auf dem Oldenstädter-See. Über soziale Netzwerke erklärt die Stadt: „Die Eisdecke auf dem O-See scheint noch so verlockend aussehen ‒ das Betreten ist lebensgefährlich und daher verboten. Trotz anhaltender Minusgrade ist die Eisdecke nicht geschlossen und darüber hinaus viel zu dünn.“ Im Februar 2018 war ein damals 53-jähriger Mann und ein Hund in den Oldenstädter See eingebrochen. Die Feuerwehr war damals im Einsatz.

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