Müssen Stadtwerke Uelzen 4,43 Millionen Euro zahlen? Urteil nun erst im März

Geduldsspiel bei SBE-Klage

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Dunkle Wolten über dem Rapsanbau: Das Ukraine Geschäft erwies sich als Millionen-Grab für die Stadtwerke Uelzen und Schwäbisch Hall. Jetzt streiten sie vor Gericht.

Uelzen/Lüneburg. Das Gericht hat noch Beratungsbedarf: Erst im März wird sich entscheiden, ob die Stadtwerke Uelzen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Geschäft Schadensersatz in Millionen- Höhe zu zahlen haben.

Ein für heute angekündigtes Urteil im Klage-Verfahren wurde vom Landgericht in Lüneburg verschoben.

4,43 Millionen Euro fordern, wie berichtet, die Stadtwerke Schwäbisch Hall von den Uelzenern. Beide kommunalen Betriebe sind Gesellschafter der Sustainable Bio Energy (SBE). Über sie wurde in der Ukraine Raps angebaut, der als Rohstoff für Kraftwerke der Stadtwerke genutzt wurde. Die Idee: Die Unternehmen wollten unabhängig von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt möglichst günstig die Anlagen betreiben. Was Kostenersparnisse bringen sollte, erwies sich als Millionen-Grab für die Gesellschafter.

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall erklären, dass sie von den Uelzenern hinsichtlich des Erfolgs der SBE getäuscht worden seien und sich nur deshalb bei dem Projekt engagiert hätten. Millionen, die die Haller in die SBE steckten, wollen sie nun zurück haben. Außerdem Geld, das wegen eines von den Uelzenern ausgebremsten Verkaufs von SBE-Tochterunternehmen verloren ging.

Um die Forderungen zu begründen und von Seiten Uelzens abzuwehren, wurden bis zuletzt Unterlagen bei Gericht eingereicht. Eine letzte Stellungnahme der Stadtwerke Schwäbisch Hall wurde noch im Januar nach Lüneburg geschickt, informiert der Haller Geschäftsführer Gebhard Gentner. Ins Detail geht Gentner auf AZ-Anfrage nicht. Bei dem Schriftsatz sei es nochmals um Erläuterungen gegangen, inwieweit das Ukraine-Geschäft als tragfähiges Modell dargestellt wurde.

Das Landgericht hat als neuen Termin für den Urteilsspruch Donnerstag, 3. März, um 14 Uhr genannt.

Von Norman Reuter

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