Der Nachbar des Café Harder ist wütend: Er glaubt nicht mehr an einen Neubau

Mit der Geduld am Ende

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Der Zaun am Café Harder wurde zum Zankapfel.

Uelzen. Um den Zustand des Grundstücks vom Café Harder in Uelzen gärt nicht nur ein Rechtsstreit zwischen Eigentümerin und Archäologen. Jetzt ist auch der Nachbar des Grundstücks an der Veerßer Straße, Jörn Krollpfeiffer, mit seiner Geduld am Ende.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem vorigen Besitzer und Ehemann der Eigentümerin des Grundstücks, Friedrich Kynder, glaubt er nicht mehr daran, dass dort jemals gebaut wird.

Von Auseinandersetzungen wegen bröckelnder Steine neben Krollpfeiffers Glasdach über eine Taubenplage im Café und einer daraus resultierenden Käferplage in Krollpfeiffers Haus bis hin zu herabstürzenden Regenrinnen und einem feuchten Keller – die Liste an Auseinandersetzungen mit Kynder ist lang. Aktueller Streitpunkt: Ein umgestürzter Zaun, der schon vor zehn Jahren hätte erneut werden sollen. Krollpfeiffer sieht Kynder in der Pflicht, Kynder beschuldigt die Archäologen, die auf dem Grundstück tätig waren, den Zaun beschädigt zu haben und fordert die zuständige Grabungsfirma zum Handeln auf. Bevor Archaefirm nicht den ursprünglichen Zustand wieder herstelle, beginne er nicht mit dem Neubau, stellte Kynder – wie berichtet – auf AZ-Nachfrage klar.

Vor knapp 20 Jahren sei Krollpfeiffer bereits von der Stadt Uelzen und Friedrich Kynder zum Verkauf seines Hauses aufgefordert worden, damit aus den zwei Grundstücken eine große attraktive Fläche für Einzelhändler entstehen möge. Das Nachbarhaus und das Café Harder hätten vor etwa hundert Jahren Krollpfeiffers Verwandtschaft gehört. Im selben Jahr breitete sich an der Außenmauer des damals schon leer stehenden Café Harder ein Schaden aus, Ziegel bröckelten herab, direkt neben der mit einem Glasdach versehenen Veranda von Krollpfeiffer. Er forderte den damaligen Eigentümer, der erst vor kurzem das Grundstück seiner Frau, Renate Kynder Gräfin von Walderdorff, übertrug, in mehreren Briefen dazu auf, den Mauerschaden zu beheben. Vier Jahre später habe sich auch die Stadt eingeschaltet und eine Reparatur angemahnt.

„Da ist bis zuletzt nichts gemacht worden“, sagt Krollpfeiffer. Und das sei nur ein Beispiel, bei dem die Aufforderungen ins Leere gelaufen seien. „Die müssten wissen, dass der Mann nie anfängt zu bauen“, übt er auch an der Stadtverwaltung Kritik.

Von Diane Baatani

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