Für Jahresverbrauch von 30 000 Kilowattstunden gehen zwei Gastarife jetzt ins Geld

Gas: 167 m² kosten 105 Euro mehr

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Der Preis fürs Heizen und Kochen ist mit vom europäischen Markt abhängig.

Uelzen. Die Preiserhöhung von zwei Gas-Tarifen der Uelzener Stadtwerke „mycity“ bedeutet eine Erhöhung von etwa 105 Euro im Jahr. Die Zahl variiert je nach Wohnungsgröße, 105 Euro gelten für einen Verbrauch von 30 000 kWh.

Zu Grunde liegt der Erhöhung eine Verteuerung des Preises für den Grundversorgungstarif (GVV) und den Tarif „mycityflex“ Gas. Beide werden sich Anfang Oktober um 0,35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhöhen.

Als durchschnittlichen Verbrauchswert geben die Stadtwerke einen jährlichen Verbrauch von 30 000 kWh an. Rechnet man den Preis mit dem Verbrauch von 30 000 Euro durch (das entspricht laut Preisrechner von mycity etwa 167 Quadratmeter), kommt man auf 8,75 Euro pro Monat und 105 Euro im Jahr, inclusive Mehrwertsteuer und Grundbetrag (siehe Kasten). Bei einem Verbrauch von 10 000 (etwa 68 Quadratmeter) landet man somit bei einem jährlichen Aufpreis von 35 Euro, pro Monat 2,92 Euro.

Die Stadtwerke Uelzen haben die Erhöhung dieser beiden Tarife mit erhöhten Gaspreisen im Einkauf begründet (die AZ berichtete). Das stimmt überein mit Zahlen des „European Energy Exchange“ (eex). Diese Energiebörse erfasst auch die Börsenpreise von Gas. Die Stadtwerke Uelzen kaufen ihr Biogas laut Prokurist Mirco Pinske zum Teil direkt an der Börse, zu einem weiteren Teil von Vorlieferanten.

Von Anfang 2010 auf August 2011 haben sich die Preise gemäß „eex“ um etwa fünf Euro pro Megawattstunde verteuert (das sind 0,5 Cent pro kWh). Von August 2011 auf August 2012 waren sie wiederum um zwei Euro pro Megawattstunde (0,2 Cent pro kWh) gesunken. Die Preise sind im Internet unter www.eex.de einsehbar.

Seit Januar 2010 hat „mycity“ den Preis für die beiden betroffenen Gas-Tarife laut eigenen Angaben nicht verändert. Zu Beginn des Jahres 2010, als die Stadtwerke den Preis das letzte Mal erhöht hatten, lag er bei etwa 2,3 Cent. Derzeit pendelt der Preis bei etwa 2,5 Cent/kWh.

Damit geben die Stadtwerke den allgemein steigenden Trend der Gaspreise an den Kunden weiter – nicht jedoch die kleinen Schwankungen. So hätten sie den Preis der beiden flexiblen Tarife, die von etwa der Hälfte ihrer Gaskunden genutzt werden, mehr als einmal bei niedrigen Börsenpreisen senken können. Der tiefste Gaspreis-Stand am Europäischen Energie Markt innerhalb dieser Zeit war im April 2010, als der eex-Preis kurzzeitig auf etwa zwei Cent pro Kilowattstunde sackte.

Der Grund: Die Stadtwerke überprüfen den Preis jedes Quartal. Dann werde laut Pinske ein, wie es heißt, „forecast“ (eine Vorschau) erstellt. Sie soll zeigen, wie die Tendenz des Preises ist. „Wir haben uns dafür entschieden, den Preis zunächst stabil zu halten“, sagt Pinske über die vergangenen zweieinhalb Jahre. Das solle den Zweck haben, einerseits günstig für den Kunden zu bleiben und andererseits auch kalkulierbare Einkünfte zu haben.

Von Kai Hasse

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