Ausschuss plädiert für Einführung ab 2016 / Kritik von Henning Gröfke an Ausgabenhöhe

Ganztagsschulen kosten eine Million

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Die Mensa in Westerweyhe soll als Anbau an einem bereits bestehenden Schulgebäude entstehen. Derzeit können an der Stelle noch Schüler die Pause verbringen. Der Bau der Mensa soll rund 365 000 Euro kosten.

Uelzen. Rund eine Million Euro wird die Einführung von Ganztagsangeboten an sechs Grundschulen die Stadt Uelzen kosten.

Mit dem Ganztagsbetrieb werden Schüler auch am Nachmittag in den Schulen sein, sodass Mensen für ein Mittagessen an den Schulen vorzuhalten sind. Mit Ausnahme der Lucas-Backmeister-Schule, in der es bereits eine Mensa gibt, müssen in den Grundschulen Holdenstedt, Oldenstadt, Hermann-Löns und Stern Ausgabeküchen eingebaut werden. In Westerweyhe ist wegen des Platzmangels sogar ein Neubau einer Mensa geplant, der nach Berechnungen des Gebäudemanagements allein mit 364 700 Euro zu Buche schlagen wird.

Insgesamt, so berichtete Eckhart Meyer vom Gebäudemanagement bei der Sitzung des Schulausschusses am Montagabend, sind Baukosten von 800 000 Euro veranschlagt, zuzüglich 132 000 Euro, die für die Ausstattung der Mensen mit Geschirr und Mobiliar anfallen. Mit Geld aus einem Sondertopf sollen noch Gruppenräume für einen Ganztagsbetrieb eingerichtet und Relax-Ecken für die Schüler geschaffen werden.

An den Kosten soll die Einführung der Ganztagsangebote an den Schulen nicht scheitern – die Mitglieder des Schulausschusses haben sich bei zwei Nein-Stimmen für die Einführung eines Ganztagesbetriebes ab dem Schuljahr 2016/17 an allen sechs Grundschulen ausgesprochen. Die benötigten Gelder, so der Beschluss, sollen in den Haushalt des nächsten Jahres eingestellt werden. Mit Nein haben Henning Gröfke und Karl-Heinz Schmäschke votiert. Gröfke ist Bürgermeister von Molzen; Schmäschke sitzt im Ortsrat Masendorf, Molzen, Riestedt.

Wie berichtet, wurden die Grundschulen Molzen und Veerßen nicht bei der Einführung des Ganztagsbetriebes berücksichtigt.

Schmäschke und Gröfke äußerten am Montag ihre Bedenken bezüglich der großen Zahl von Ganztagsplätzen, die in der Stadt Uelzen geschaffen würden, ohne zu wissen, ob man sie benötigt. Die bislang erfolgte Abfrage an den Schulen sei noch keine verbindliche Anmeldung für einen Ganztagsunterricht gewesen.

599 Eltern hatten erklärt, die Ganztagsangebote in Anspruch nehmen zu wollen. Alle Schulen hatten auch die Bedingung erfüllt, dass es mindestens 13 Ganztagsschüler pro Jahrgang geben muss. Bürgermeister Jürgen Markwardt sagte, mit der Abfrage sei deutlich geworden, dass die Ganztagsschulen von Eltern gewollt würden. Gröfke erwiderte: Die Selbstbeweihräucherung solle man sich sparen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die verbindlichen Anmeldezahlen vorliegen. Es sei festzuhalten, dass rund eine Million Euro in die Hand genommen würden – „für etwas, das eigentlich kostenneutral geschehen sollte“.

Am Montag wird der Verwaltungsausschuss eine endgültige Entscheidung zu der Einführung der Ganztagsschulen treffen.

Von Norman Reuter

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