Ganz oben oder unten?

Wohin geht die Reise? Die Bienenbütteler fühlen sich in vielen Lebensbereichen eher zum bedeutend näher gelegenen Lüneburg als nach Uelzen hingezogen. Foto: Ph. Schulze

Bienenbüttel - Von Bernd Klingebiel. Im Landkreis Uelzen ganz oben oder lieber im Landkreis Lüneburg ganz unten? Der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Bienenbüttel wird in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 26. Mai, über den brisanten Antrag der Kommunalpolitischen Alternative (KA) beraten. Die Ratsfraktion der Unabhängigen will die Vor- und Nachteile für einen Wechsel der Gemeinde Bienenbüttel in den Landkreis Lüneburg beleuchten lassen – die so genannte Umkreisung.Bürgermeister Heinz-Günter Waltje sieht für dieses Projekt zurzeit zwar keine Chancen und findet im niedersächsischen Innenministerium Bestätigung.

Ein Gutachten lehnt er aber nicht grundsätzlich ab, es müsse jedoch von einem externen Büro ausgearbeitet werden. Waltje: "Das können wir absolut nicht objektiv leisten und sind dafür personell auch nicht in der Lage." Eine Expertise koste allerdings Geld, das im Haushaltsplan bisher nicht eingestellt ist.Der VA soll entscheiden, ob und wie es weitergeht. Die Verwaltung hat zu diesem Tagesordnungspunkt keinen Beschlussvorschlag unterbreitet, erklärt Waltje. Der Bürgermeister: "Mit einem solchen Gutachten wären wir für den theoretischen Fall natürlich gut vorbereitet." Eine Umkreisung jedenfalls hätte Auswirkungen für jeden einzelnen Bienenbütteler und reicht sogar bis in scheinbar banale Bereiche: Was ist beispielsweise mit Briefköpfen, Konten bei den hiesigen Kreditinstituten, Schulbezirken? Und in welchen Leistungsstaffeln kicken fortan die Bienenbütteler Fußballteams? Auf Lüneburger Kreisebene? Keine politischen Fragen, aber welche, die die Menschen bewegen.Anlass für den nach einem Jahr von der KA erneut gestellten und aktualisierten Antrag sind die derzeitigen überraschend weit fortgeschrittenen Überlegungen einer Fusion der Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg. Die KA befürchtet dadurch den "Sog einer völlig falschen Ost-Ausrichtung" und will mit ihrem Antrag "ein deutliches Signal in Richtung Norden" setzen.Nur eine solche Fusion eröffne den Bienenbüttelern – falls gewünscht – die Umkreisung, die alle Beteiligten miteinander vereinbaren müssten, sagt Waltje. In den jetzigen Größenordnungen jedenfalls "ist Bienenbüttel ein wesentlicher Bestandteil des Landkreises Uelzen", der die Gemeinde nicht so mir nichts dir nichts ziehen lassen werde. Auch finanziell sei die nördlichste Kreisgemeinde für den Landkreis unverzichtbar. Waltje: "Wir zahlen jährlich 2,5 Millionen Euro Kreisumlage."

Erschienen: 15.05.2009: AZ / ik / Seite:6

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