Wasserspiegel durch fehlende Niederschläge gesunken

Fußmarsch in den Oldenstädter See: Natur leidet

Die beiden Inseln im Oldenstädter See sind von der Luft aus gut zu erkennen. Zur größeren Insel kann auch gelaufen werden.
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Die beiden Inseln im Oldenstädter See sind von der Luft aus gut zu erkennen. Zur größeren Insel kann auch gelaufen werden.

Uelzen-Oldenstadt – Wasservögel haben sie als Rastplatz auserkoren. Aber auch Badende nutzen die beiden Inseln bereits, die inzwischen im Oldenstädter See zu finden sind.

Sie sind der Witterung der Jahre 2018 und 2019 geschuldet wie auch der Umstand, dass man inzwischen bis weit in den See zu Fuß gehen kann, ohne dass das Wasser einem bis zum Hals reicht. Die Hansestadt spricht von einem „deutlich“ gesunkenen Wasserspiegel. Ein künstliches Auffüllen des Sees ist keine Option, hieß es auf Nachfrage.

Das Gewässer im Uelzener Ortsteil erfreut sich bei Familien, Wasserratten und Sonnenanbetern großer Beliebtheit. Entstanden ist es im Zuge des Baus des Elbe-Seitenkanals. Sand für den Beton wurde benötigt, er wurde mit Baggern dort gewonnen, wo heute das Gewässer zu finden ist. „Früher waren dort Felder“, sagt Ortsbürgermeister Klaus Knust.

Für das feuchte Vergnügen sorgt Grundwasser, das den See bildet. Mit den geringeren Niederschlägen aber sinkt es und mit ihm der Wasserspiegel des Sees. So wäre ein künstliches Auffüllen auch „nicht wirksam“, erläutert die Stadt. Die Mengen würden in die Grundwasserebene weggedrückt.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren in den Oldenstädter See als Naherholungsgebiet investiert. Wege wurden erneuert, Sichtachsen geschaffen, neue Bänke und Mülleimer aufgestellt. Nun soll noch die Verbindung vom Kiosk bis zum Rauchhaus verbessert werden, der Kiosk selbst wird auch noch saniert. Und der Strand dort bekommt einen Steg und es soll mehr Platz für den Wassereinstieg geben.

Badende müssen mit dem niedrigen Wasserspiegel leben, sofern nicht der Grundwasserstand wieder steigt. Mancher frotzelt, dass die Inseln neue Baugebiete in bester Seelage mit eigenen Stränden werden könnten.

Die Natur leidet indes unter dem gesunkenen Grundwasserstand. Das Wurzelwerk der Gehölze am See, insbesondere alter Bäume, habe sich auf einen gewissen Grundwasserstand hin entwickelt, so die Auskunft der Stadt. Nun fehle ihnen das Wasser. „Die Gehölze werden geschwächt.“

In den flachen Seebereichen erwärmt sich das Wasser im Sommer nun schneller. Wenn es sich bis zum Boden erwärmt und deshalb auch zu wenig Sauerstoff gelöst wird, wird es für die Fische im See brenzlig. Wie Ortsbürgermeister Klaus Knust zu berichten weiß, sind im See beispielsweise Forellen und Karpfen zu finden. Der See wird nach Auskunft der Stadt regelmäßig vom Gesundheitsamt geprüft. Die Prüfungen waren bis jetzt unauffällig, so die Auskunft.

VON NORMAN REUTER

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