In Hannover kursieren verschiedene Modelle über die Zukunft Uelzens

Fusion oder Teilung?

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Ein Szenario: Der Landkreis Uelzen wird zwischen Lüneburg und Celle aufgeteilt, Lüchow Lüneburg zugeschlagen.

Uelzen/Hannover. Ein Zusammenschluss der Landkreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg? Oder wird der Landkreis Uelzen gar gespalten, der Norden dem Kreis Lüneburg und der Süden dem Landkreis Celle zugeschlagen?

Nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) kursieren im landespolitischen Raum derzeit verschiedene Modelle einer Gebietsreform – darunter auch diese beiden Lösungen.

Laut HAZ könnte die Diskussion schon in wenigen Tagen konkrete Formen annehmen, wenn der vom Land und Kommunen beauftragte Reformgutachter Joachim Jens Hesse konkretere Vorschläge für verschiedene Regionen vorstellt – darunter auch für Lüchow-Dannenberg und Uelzen sowie Helmstedt und Gifhorn. Gespräche über Fusionen von Lüchow-Dannenberg und Uelzen sowie Lüneburg scheiterten bislang an der strikten Weigerung der Dannenberger.

In der Diskussion stehen weiter die Fusion aller drei Landkreise, aber auch nur von Uelzen und Lüchow-Dannenberg oder sogar die Teilung des Landkreises Uelzen. Der Norden Uelzens käme demnach mit Lüchow-Dannenberg zu Lüneburg, der Süden zu Celle. Das Niedersächsische Innenministerium reagierte gestern zurückhaltend auf die Modell-Diskussionen: „Wir äußern uns zu solchen Spekulationen nicht“, erklärte Ministeriumssprecher Frank Rasche. Die Landesregierung habe vor über einem Jahr das große Hesse-Gutachten veröffentlicht, das viele Hinweise für die Regionen enthalte. „Nun liegt der Ball bei den Kommunen, entsprechende Schlüsse zu ziehen“, so Rasche.

Das Innenministerium setze jetzt darauf, dass die Kommunen selbstständig die Weichen für die Zukunft stellen und Faktoren wie der demografischen Entwicklung Rechnung tragen: „Es kann allerdings irgendwann eine Situation eintreten, dass eine Landesregierung zum Handel gezwungen wird“, sagte dazu Innenminister Uwe Schünemann gegenüber der AZ. „Das wäre dann zum Beispiel der Fall, wenn eine Kommune handlungsunfähig ist, beziehungsweise sich über Jahre hinweg notwendigen Reformen zum Wohle der Bürger verweigert.“ Schünemann hatte in den vergangenen Monaten keinen Hehl daraus gemacht, dass ihn die Verweigerungshaltung des Landkreises Lüchow-Dannenberg verärgert – zuletzt hatte er entsprechendes bei der Unterzeichnung des Zukunftsvertrages mit dem Landkreis Uelzen im Historischen Zentrum Oldenstadt geäußert.

Das Szenario einer Aufteilung des Landkreises Uelzen hatte erst vor wenigen Tagen der gescheiterte Uelzener Landrats-Kandidat Raimund Nowak in seiner „Wahlbetrachtung“ aufgeworfen (AZ berichtete). Man dürfe gespannt sein, ob Suderburg ein „gutes Angebot“ vom Landkreis Celle bekomme und der Nordkreis sich nach Lüneburg ausrichten werde, hatte Nowak, der in Hannover viele Kontakte in die Landespolitik hat, geschrieben – und leise Zweifel geäußert, ob der designierte Landrat Heiko Blume die Lobbyarbeit zur Erhalt der Eigenständigkeit des Landkreises Uelzen leisten könne. Blume und der Ende Oktober ausscheidende Landrat Theodor Elster waren gestern nicht für Stellungnahmen zu erreichen. Derweil gab es auch gestern bei der Sitzung des Kreistags Sorge um den Erhalt der Eigenständigkeit des Kreises Uelzen.

Von Thomas Mitzlaff

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