Uelzener Friedhof bekommt neues Hauptgebäude und zentrale Gerätehalle

Fundament und Fassade zu Füßen

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Friedhofsverwalter Andreas Sterneck (Mitte) und der Verbandsvorstand des Friedhofs, Alminus Bleeker (links) und Dieter Waldmann, stehen auf der Bodenplatte des neuen Gebäudes, die Bauskizze in der Hand.

Uelzen. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. “ Die Worte des 12. Verses aus Psalm 90 zieren die Bodenplatte, auf der schon im kommenden Herbst das neue Verwaltungsgebäude des Uelzener Friedhofs stehen soll.

Der Neubau ist nicht nur eine nötig gewordene Reaktion auf die Platzprobleme in den jetzigen Räumen, auch im Hinblick auf die Außenwirkung des Gebäudes hat man sich Gedanken gemacht: „Im Moment folgt man nur den Schildern mit der Aufschrift Friedhofsverwaltung“, beschreibt Architektin Carola Gräflich den Ist-Zustand. „Irgendwann erscheint dann rechts das kleine Häuschen und man muss zweimal hinsehen, um sicher zu sein, dass man hier richtig ist.“ Das neue Gebäude soll hingegen kein so unscheinbares Dasein fristen. Darum wird es an einer vorgelagerten Stelle errichtet, die vom Weg aus direkt sichtbar ist. Der Blick fällt dann auf „ein zentrales Eingangselement mit großem runden Frontfenster“, beschreibt der zweite Teil des Architektenpaares, Marcel Monard, die weitere Ausgestaltung. Das Bauwerk solle einladend wirken, auch wenn die Optik ansonsten zurückhaltender geplant sei.

Angedacht sind zwei „ineinander verschränkte“ Gebäudeteile, einen für die Verwaltungsaufgaben, den anderen für die Mitarbeiter der Grabstätten- und Grünflächen-Pflege. Die Quadratmeterzahl wird im Vergleich zu den jetzigen Räumen auf 240 verdoppelt. Hier findet auch ein großzügiger Eingangsbereich Platz, der dem bisherigen Standort fehlte. „Die Besucher sollen die Gelegenheit haben, richtig anzukommen“, formuliert Gräflich die dahinter stehende Intention.

Der geplante Holzrahmenbau sei „hoch gedämmt, ökologisch und energetisch auf neuestem Stand“, verrät Friedhofsverwalter Andreas Sterneck ein weiteres Detail. Man habe beim Friedhofsverband, der die Kosten im sechsstelligen Bereich allein stemmt, natürlich nach einer „kostenbewussten Variante“ gesucht, fügt Verbandsvorstand Alminus Bleeker hinzu. In vielen Sitzungen habe man dann den sinnvollsten Konsens gefunden. Knapp 20 Hektar umfasst das Gelände an der Scharnhorststraße, auch die Friedhöfe in Veerßen, Groß Liedern und Oldenstadt mit zusätzlich insgesamtfünf Hektar werden von hier aus betreut.

Im Zuge des Bauvorhabens soll auch eine neue Gerätehalle entstehen. „Bislang sind die Gerätschaften an mehreren Standorten auf dem Gelände verteilt“, beschreibt Sterneck die Situation. Durch die neue Halle werde nicht nur ein zentraler Ort für das Equipment geschaffen, auch das momentane Platzproblem würde hiermit gelöst.

Die Frage, ob und wie die vorhandenen Räumlichkeiten weitergenutzt werden, könne man derzeit noch nicht beantworten, so Sterneck. Der vordere Teil des jetzigen Verwaltungsgebäudes ist als Privatwohnung vermietet.

Von Karsten Tenbrink

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