Reisende zwischen Gelassenheit und Aufregung / Wetter sorgt für Verspätungen

Frühling streikt, Züge fahren

Einfahrt ICE 1188 nach Hamburg: Eine halbe Stunde später als geplant erreicht der Zug den Uelzener Bahnhof. Stefanie Fredrich von der Bahnhofsmission schaut, ob sie einem Fahrgast behilflich sein kann. Aber kaum einer steigt aus oder ein, viele haben Alternativzüge genutzt.

Uelzen. Nana Mouskouri will gute Laune verbreiten, doch ihr Gesang zaubert keinem ein Lächeln ins Gesicht. Hundertwasser Bahnhof in Uelzen, gestern Morgen, kurz nach sieben Uhr.

Aus einer Jackentasche dröhnt: Guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein – draußen fällt Schnee, Mitte März, Temperaturen um den Gefrierpunkt – die Bahn hat für diesen Morgen Warnstreiks angekündigt. Der Blick auf die Anzeigetafel verrät, die Bahn-Reisenden können noch gelassen bleiben – drei, vier, fünf Minuten Verspätung haben die Züge. Das wird nicht so bleiben. Schuld ist aber nicht der Streik, schuld ist vor allem das Wetter.

Dass sie nur wenige Minuten länger auf ihren Zug Richtung Hamburg warten müssen, nehmen die Mitglieder einer Uelzener Familie mit Erleichterung zur Kenntnis. „Ich habe die halbe Nacht nicht schlafen können, aus Sorge, die Züge fahren nicht. Streik und schlechtes Wetter, das ist richtig hart“, meint die Mutter zweier Kinder. Die Familie will die nächsten Wochen in Ägypten verbringen: 30 Grad, Sonne, Meer – kein Bahnstreik. „Aber wir haben dafür unser Flugzeug zu bekommen“, so die Uelzenerin. Immer wieder blickt sie abwechselnd auf die Anzeigetafel und ihre Armbanduhr. Als der Zug dann einfährt, ein sichtlich erleichtertes Ausatmen, die Koffer und Kinder werden zusammengesucht und zügigen Schrittes geht es Richtung Gleis.

Von Norman Reuter

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