„Früher war das unser Haus...“

Letzter Tag im alten Uelzener JuZ-Gebäude verläuft ohne Feierlichkeiten

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Alles ist verpackt und verstaut – am vergangenen Freitag hatte das alte Gebäude des Jugendzentrums zum letzten Mal geöffnet. Seit Montag läuft der Umzug.

Uelzen. Dort, wo noch vor kurzem Jugendliche tanzten und tobten, stapeln sich jetzt Kartons. Am vergangenen Freitag waren die Türen zum letzten Mal im alten Gebäude des Jugendzentrums geöffnet. Jetzt läuft der Umzug.

Gegen zehn Uhr ist es eine Handvoll Kinder, die im Rahmen einer Ferienbastelaktion in das Jugendzentrum kommt. Mit dabei ist Peter Hellström, der seit zwei Jahren Leiter des Jugendzentrums ist. Heute liefert er nur seinen Sohn ab. „Es ist ein komisches Gefühl“, sagt Hellström. „ Ich bin hier groß geworden, habe hier als Jugendlicher gespielt. Früher war das unser Haus.“ Dennoch trauere er dem alten Gebäude nicht hinterher. Ein Umzug des Jugendzentrums in die Lucas-Backmeister-Schule sei nötig geworden, weil es am jetzigen Standort einen Sanierungsstau gebe. Außerdem sei die Lage nicht mehr ideal. „Ich habe den Eindruck, dass die Kinder früher mobiler waren als heute, da kamen die von überall hierher.“ Jetzt sei ihnen der Weg zum Ilmenauufer zu weit. „Das Verhältnis der Jugendlichen zum JuZ hat sich generell verändert“, so Hellström. „Früher haben wir das als unser Jugendzentrum bezeichnet und es war hier immer voll.“ Doch man solle die Vergangenheit ruhen lassen und sich auf das Neue freuen.

Ein Großteil der Einrichtung sei bereits verpackt, viele Altlasten wurden ausgemistet oder verkauft. Ab dem ersten September ist das alte Gebäude dann in Besitz des DRK.

Wenn die letzte Umzugskiste rausgetragen ist, dann werde auch Peter Hellström die Tür des alten Jugendzentrums zum letzten Mal hinter sich schließen. Davor fürchte er sich aber noch nicht. Anders sieht das seine Kollegin Claudia Eitel: „Ich kann da gar nicht drüber nachdenken. Das ist hier ein Stückweit zu Hause für mich – ein ganz blödes Gefühl.“ Dennoch freue auch sie sich auf die „neue Heimat“, denn die biete einige Vorteile: „Die wird wesentlich moderner sein als das alte JuZ“, sagt Hellström.

Außerdem sei die neue Unterkunft an das sich verändernde Freizeitverhalten der Jugend angepasst. „Hier haben wir ganz viele Kreativräume, weil früher so viel gebastelt wurde“, so Hellström. Heute allerdings sei das Basteln nicht mehr im Trend, deswegen werde es in der neuen Unterkunft nur einen Bastelraum geben.

Der Leiter des Jugendzentrums richtet noch einen Appell an die Uelzener Jugendlichen: „Wir suchen noch einen Namen für das neue Jugendzentrum.“ Vorschläge können auf der Facebook-Seite des Jugendzentrums eingereicht werden.

Der letzte Tag im alten JuZ verläuft unterdessen unspektakulär: Auf Feierlichkeiten verzichten Hellström und seine Kollegen bewusst: „Das wäre ja dann eine Abrissparty, und das will ich nicht...“

Von Jon Matz

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