Bürgermeister beschließen im Lüneburger Rathaus drei Punkteplan

Front gegen das dritte Gleis

+
Zwei Züge treffen bei Bruchtorf aufeinander: Die Bürgermeister wollen ein drittes Gleis verhindern.

stk Lüneburg. Züge von 750 Metern Länge, Geschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern und fast 400 Güterzüge pro Tag – für Städte und Dörfer an der Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Uelzen wäre das ein Horrorszenario.

Genau das ist aber geplant: Der Plan heißt Alpha-E, läuft auf den Bau eines dritten Gleises hinaus und wurde als Alternative zur Y-Trasse beschlossen. Die Bürgermeister der betroffenen Orte haben am Mittwoch ein gemeinsames Vorgehen in drei Punkten beschlossen. Die Kommunen fordern erstens ein förmliches Raumordnungsverfahren. Sie sprechen sich zweitens für eine mindestens zweigleisige Gütertrasse entlang der A 7 aus. Und der Schienen-Personenverkehr soll drittens gestärkt werden.

„Die Alpha-E-Trasse wurde vom Dialogforum Schiene Nord in einem demokratisch nicht legitimierten und rechtlich nicht vorgesehenen Verfahren erarbeitet, und dies im Konsens der Nichtbetroffenen auf Kosten der Betroffenen“, erklärte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge beim Treffen mit Bürgermeistern aus Bad Bevensen, Bienenbüttel, der Samtgemeinde Ilmenau, Deutsch Evern, Bardowick und Radbruch. Trotz mehrfachen Gesprächen mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann hielten Land und Bund daran fest, „ein drittes Gütergleis“ zu bauen.

„Anwohner leben dabei teilweise nur 20 Meter von der Trasse entfernt. Der Schienenlärm liegt bereits jetzt für Wohngebiete an der Strecke im gesundheitsgefährdenden Bereich“, gab Mädge zu bedenken. Ähnliche Befürchtungen hat auch Bevensens Bürgermeisterin Susanne Lühr-Pesche: „Wir lägen genau zwischen der Alpha-E-Strecke und der A39. Wenn da wie angedacht nachts gebaut würde, kann dort kein Mensch mehr schlafen.“ Zudem seien gewaltige Umbaumaßnahmen in Wohngebieten notwendig.

Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke nahm zwar an dem Termin teil, unterstützte jedoch nicht die drei Punkte. Der Grund: Der Gemeinderat hatte sich für den Ausbau der Bestandsstrecke ausgesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare