Obermeisterin der Innung beklagt zusätzliche Belastung durch Schwarzarbeit

Friseure in Uelzen bangen um Existenz

Aufgrund der im Zuge der Corona-Krise erlassenen Verordnungen dürfen auch Friseure nicht mehr ihrem Handwerk nachgehen.
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Aufgrund der im Zuge der Corona-Krise erlassenen Verordnungen dürfen auch Friseure nicht mehr ihrem Handwerk nachgehen.

Uelzen/Landkreis – Während des Shutdowns im Zuge der Corona-Krise bangen nicht wenige Unternehmen um ihre Existenz, so auch die Friseurbetriebe in Uelzen.

„Kaum jemand in unserer Branche hat Rücklagen, um so eine Krise zu meistern“, sagt etwa Claudia Schmidt, Obermeisterin der Friseur-Innung Lüneburger Heide.

Man sei daher froh, dass bereits einige Kunden ihre Solidarität zugesichert hätten, damit die Friseure nach Ende der Krise wieder ihrem Handwerk nachgehen können. „Allerdings gibt es auch einige Unverbesserliche, die sowohl uns Unternehmer als auch unsere Mitarbeiter anrufen und um Hausbesuche bitten“, ärgert sich Schmidt – und das obwohl Friseuren wie Kunden empfindliche Bußgelder drohen, sollte gegen das Kontaktverbot verstoßen werden.

Dennoch bieten laut Schmidt weiterhin manche Betriebe ihre mobilen Friseur-Dienste an. „Es ist dadurch nun nicht nur Schwarzarbeit und eine massive Gesundheitsgefährdung für alle Beteiligten, sondern steht auch unter Strafe“, so die Friseur-Meisterin aus Holdenstedt. „Außerdem gefährdet so ein Verhalten natürlich auch unsere Existenzen und damit auch Arbeitsplätze, weil uns diese Einnahmen später einfach fehlen werden.“

Bei der Kreishandwerkerschaft Uelzen ist dieses Problem bekannt. Geschäftsstellenleiterin Sandra Buss teilt auf AZ-Anfrage mit, dass eine Anzeige vorliege, die man zur Prüfung an den Landkreis gegeben habe. Hier heißt es, dass das Gesundheitsamt immer einen Ermessensspielraum habe. „Es kommt auf den Einzelfall an“, erklärt Landkreis-Sprecher Martin Theine. Im vorliegenden Fall sei eine Werbung vor der entsprechen Verbotsverordnung geschaltet worden, sodass es zu Überschneidungen gekommen sei. Die Betroffenen hätten daher keine Bußgelder zu erwarten.

Ute Krüger, Pressesprecherin der Stadt Uelzen ergänzt: „Der Friseurbetrieb ist eingestellt.“ Jedoch dürften noch Dienste getätigt werden, wenn es sich um medizinische Notwendigkeiten handle, die die betroffene Person nicht selbstständig ausführen könne, zum Beispiel das Waschen der Haare. In diesem Fall dürfe daher auch der betroffene Betrieb weiterhin arbeiten – im erlaubten Rahmen.  dab

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