Frisch geföhntes Federvieh

Die 13-jährige Annika Meyer aus Seedorf freute sich, dass sie einen Preis für ihre Wyandotten-Henne gewann.

Uelzen - Von Angelika Jansen. Ein Schönheitswettbewerb der besonderen Art spielte sich am Wochenende in der Uelzener Viehmarkthalle ab: Wyandotten, Chabos, Orpington, Yokohama, Suntheimer und viele weitere Arten von Hühnern, Tauben und Enten saßen in ihren Volieren und erwarteten die Preisrichter bei der Kreisverbandschau Lüneburger Heide der Geflügelzüchter. Der Kaninchenzuchtverein hatte sich der Ausstellung des Geflügelzuchtvereins Uelzen und Umgebung angeschlossen.

Mehr als hundert Aussteller aus den Landkreisen Uelzen, Celle, Salzwedel, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel und Harburg kamen, um ihr Federvieh zu präsentieren. Die Preisrichter zeigten sich auch zufrieden und vergaben die Prädikate „sehr gut“ und „vorzüglich“.

Unter den Preisträgern befand sich auch das Huhn der 13-jährigen Annika Meyer aus Seedorf. Gewaschen, zum ersten Trocknen in Tücher eingewickelt und dann geföhnt hatte die Schülerin ihre schneeweiße Zwerg-Wyandotte, bevor sie diese vorstellte. Die Füße und der kleine Kamm waren geölt, das Gefieder in Wuchsrichtung geföhnt und die Schwanzfedern zeigten sich in der schönsten Blumenform. Dafür gab es mit 95 Punkten einen Jugend-Leistungspreis. „Wichtig ist, dass der Kamm nicht in einer M-Form gewachsen ist“, erzählte Annika Meyer. Bei ihren Großeltern, bei denen sie schon als Zweijährige die hübschen Hühner beobachtete, hat der Teenager viel von der Geflügelzucht gelernt.

„Sie verknüpfen ein sinnvolles Hobby mit Gemeinschaftserleben ohne Vorbedingungen an Alter und Herkunft“, lobte die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann zur Eröffnung der Ausstellung. „Ihre erfreulich zahlreichen jungen Mitglieder lernen Disziplin und Verantwortung, haben Spaß und werden spielerisch mit biologischen und ökologischen Grundkenntnissen vertraut gemacht.“ Auch Uelzens Bürgermeister Otto Lukat, Landrat Theodor Elster und der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer zeigten sich beeindruckt von den Leistungen der Züchter.

Der Verein unterstützt seine Mitglieder bei der Haltung, Aufzucht und Pflege des Federviehs. „Wir beraten bei der Anschaffung“, erzählte Matthias Behn, Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Uelzen und Umgebung. „Nicht jedes Huhn eignet sich für die Haltung im Kleingarten“, betonte er. Einige Arten scharren so viel im Garten umher, dass in kürzester Zeit das ganze Grundstück umgepflügt ist.

Für Geflügelzucht-Anfänger, die mal ein Ei haben wollen, empfiehlt der Vereinsvorsitzende Chabos, die erheblich ruhiger sind. Diese können zudem ohne Brutmaschine noch allein brüten, falls man einmal im Jahr die Mutter Henne mit ihren Küken im Garten erleben möchte. Wie man seinen Garten gegen Marder und Fuchs absichert oder Parasiten und Krankheiten verhindert und viel weiteres gebündeltes Fachwissen steht vor den züchterischen Erfolgen der ausstellenden Geflügelliebhaber.

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