Kommentar von AZ-Redakteur Norman Reuter zum Thema Polizeipräsenz im Uelzener Nachtleben 

Friedlichere Zeiten?

(Symbolbild)
+
(Symbolbild)

Uelzen – Im Rausch kennen die Menschen keine Grenzen – so enden Partynächte in Uelzens Kneipenszene im vergangenen Jahr immer wieder mit körperlicher Gewalt. Für 2019 kann die Polizei nun berichten, dass es besser geworden ist.

Für Nachtschwärmer, denen es beim Kneipenbesuch um friedliches Feiern nach einer anstrengenden Woche geht, sind das gute Nachrichten. Auch Anlieger dürften aufatmen.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Straßenabschnitte sind angesichts der Zahl von Straftaten – Achtung, man mag sich das auf der Zunge zergehen lassen – zu gefährlichen Orten erklärt worden, um durchgreifen zu können. Und wir reden hier nicht von Hamburg, Berlin oder Köln, sondern von Uelzen. Keine Partynacht startete oder endete auch in den vergangenen Monaten, ohne dass nicht an der Gudesstraße Polizisten Position bezogen hatten.

Die Präsenz vor Ort, sie hat den unschlagbaren Vorteil, dass etwaige Konflikte bereits im Keim erstickt werden können. Im Ergebnis hat die Polizei zwar einen hohen Personalaufwand, aber im Nachgang auch weniger Arbeit, wenn es erst gar nicht zu Auseinandersetzungen kommt.

Unbekümmertere Gäste, aufatmende Anlieger, weniger Ermittlungen für die Polizei – darf von einem Erfolg gesprochen werden? Es mag friedlicher geworden sein, aber Beamte werden auch künftig noch Präsenz zeigen müssen – und zwar aus guten Gründen.

Ausgestattet sein werden sie dabei auch mit kleinen Kameras, und auch das nicht ohne Grund. Respekt und Achtung vor den Ordnungshütern haben abgenommen. Das passt in Zeiten, in denen auch eine Studie über die Zunahme von Übergriffen und verbalen Attacken in Behörden und in sozialen Einrichtungen berichtet. Das muss einem alles zu denken geben.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare