Stadtverwaltung präsentiert Pläne für Westerweyhe / Umgestaltung verteuert Gebühren

Ein Friedhof auch für Muslime

Westerweyhe. Der Friedhof in Westerweyhe verändert sein Gesicht. Wenn die Politik in Stadt und Ortsteil zustimmt – am 19. Oktober berät dazu bereits der Ortsrat –, werden Planungen zur Umgestaltung greifen, die die Abteilung für Grünflächen und Umwelt der Stadt Uelzen entwickelt hat.

Die Planungen sehen unter anderem eine Erweiterung des Friedhofs um Parkplätze und als Besonderheit einen islamischen Teil vor. Baubeginn könnte bereits im kommenden Jahr sein. Die Bürger müssen sich allerdings auf steigende Gebühren einstellen, erklärte die Verwaltung.

Michael Schmidt

Am Donnerstagabend stellte die Stadtverwaltung Interessierten ihr Friedhofsentwicklungskonzept vor. Planer Michael Schmidt erläuterte, dass es das Ziel sei, einen barrierefreien Friedhof zu schaffen. „Mindestens von einer Seite sollen die Grabstellen frei zugänglich sein.“ So wird auch nicht nur die Achse zur Kapelle wieder sichtbar werden, indem dort Bäume gefällt werden und eine Hecke gepflanzt wird. Denn überdies wird die Kapelle statt in Stufen mit einer Rampe erschlossen. Zu den baulichen Maßnahmen zählt auch, dass der Westerweyher Friedhof im Zuge des Wegebaus auch vernünftige Wasserabläufe bekommt.

Christine Tietz

Die Abteilungsleiterin für Grünflächen und Umwelt der Stadt Uelzen, Christine Tietz, erläuterte, dass sich die Ansprüche an einen Friedhof heute deutlich von denen früherer Jahrzehnte unterscheiden. „Bisher fehlen eigentlich die verbindenden Elemente“, sagte Tietz. So soll heute der Aufenthalt auf dem Friedhof durch Treffpunkte ermöglicht werden. „Und es soll schön sein“, sagte Tietz. Außerdem würden immer mehr Urnengräber nachgefragt, weil die pflegeleichter sind.

Entsprechend sehen die Planungen auch Gemeinschaftsgräber und Urnenrasengräber vor. Um zu vermeiden, dass Besucher „kreuz und quer über den Rasen laufen“, so Schmidt, wird an den Wegen Platz zum Ablegen von Blumen und Gestecken geschaffen. Ein „Kommunikationsplatz“ soll gestaltet werden, Stelen oder kleine Steine sollen bei Gemeinschaftsgräbern die Namen der Beerdigten tragen.

Der Westerweyher Friedhof, bisher 10 450 Quadratmeter groß, wird den Plänen nach außerdem um Parkplätze mit Begrünung und einen islamischen Teil mit jeweils rund 1200 Quadratmetern Fläche erweitert. Der islamische Teil soll aus einer Rasenfläche, umfriedet mit einer Lebensbaum-Hecke und einem Tor mit Halbmond und Stern bestehen.

Gespräche der Verwaltung haben überdies ergeben, dass die Muslime auf ihrem Weg zu ihrer Grabanlage mit 80 bis 90 Plätzen nicht mit dem christlichen Kreuz konfrontiert werden wollten. Eine Tatsache, die beim Bürgerinformationsabend für einige Irritationen sorgte. Pastorin Anneke Ihlenfeldt sprach sich dennoch klar für dieses Gräberfeld aus.

Die Bürger gaben der Verwaltung und der Politik mit auf den Weg, auch über Toiletten auf dem Friedhof nachzudenken – und Kirch- und Westerweyhes Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther (CDU) versprach, diese Hinweise mitzunehmen in weitere Beratungen. Die Pläne werden auch in Schaukästen ausgehängt.

Von Christian Holzgreve

Rubriklistenbild: © Grafik: Stadt Uelzen

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