„Keine leeren Versprechungen“

„Fridays for Future“ fordert Politik in Uelzen zum Handeln auf

Aufgerichtet: Leere Kisten als Wand mit der Botschaft „Keine leeren Versprechungen mehr“.
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Aufgerichtet: Leere Kisten in Uelzen als Wand mit der Botschaft „Keine leeren Versprechungen mehr“.

Die Marktstraßen zwischen 10 und 13 Uhr gesperrt, Polizeipräsenz zum Auftakt vor dem Alten Rathaus. Und Bürgermeister Jürgen Markwardt ging auf die Aktivisten von „Fridays for future“ zu.

Uelzen – Mit einer Mahnwache, Reden und kreativen Aktionen starteten am Freitag die Bewegungen „Fridays for Future“ und am Nachmittag die „Parents for Future“ ins schon fortgeschrittene Jahr – strikt coronakonform und vom Ordnungsamt genehmigt.

Die rund 20 jungen Leute hatten alles dabei, um für Fortschritte in der Klimapolitik zu demonstrieren: Kreide für das Straßenpflaster, Transparente („Klimaschutz wartet nicht“), leere Kartons und eine Wand aus leeren Kisten mit der internationalen Botschaft „No more empty promises“ – „Keine leeren Versprechungen mehr“.

Dabei ging es etwa den „Parents for Future“ darum, Uelzener Bürger dort abzuholen, wo sie stehen: „Mit der ,Fahrrad-Dank-Stelle’ etwa wollen wir uns herzlich für den Beitrag zum Umweltschutz bedanken“, sagte Christian Semmler für die Eltern der bewegten Jugend. „Es kommt aufs tägliche Handeln an.“

„Klimaschutz darf kein Luxus sein“

Gerade angesichts der Corona-Pandemie verwiesen die Sprecherinnen der Uelzener „Fridays“-Ortsgruppe auf den sozialen Aspekt beim Umweltschutz. „Klimaschutz darf kein Luxus sein“, sagten Hanna Villamar und Luise Greve der AZ. „Es darf nicht nur Vorschläge, sondern es muss auch Umsetzungen geben – und tatsächlich etwas passieren.“ Dieses Jahr sei mit seinen Landtagswahlen und der Bundestagswahl im September „extrem entscheidend“.

Dieses Mal gab es denn auch keine große Demonstration mit dem Endpunkt Altes Rathaus. Stattdessen symbolisierten die leeren Kartons und Kisten „leere Versprechungen“ der Politik. Die Botschaften auf dem Straßenpflaster und auf den Transparenten sollten die Uelzener beim Gang durch die Stadt erreichen.

„Brauchen eine Strategie für die Zukunft“

So begrüßten die Pressesprecherinnen den Wiederbeitritt der USA zum Pariser Abkommen, das die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzen will. „Es ist ganz wichtig, ein so großes Land dabei zu haben“, sagte Greve. In einer dreigeteilten Rede sprachen schließlich Ella Khalsa, Paulina Krug und Rebecca Streichhahn zu ihren Zuhörern.

Dann wurde Politik auch so lokal, wie es sich die „Fridays“-Aktivisten wünschten. Bürgermeister Jürgen Markwardt kam zum Alten Rathaus, begrüßte das Engagement der jungen Leute und sprach mit ihnen.

„Wir brauchen eine vernünftige Strategie für die Zukunft“, sagte Markwardt der AZ – und erinnerte etwa an die Prüfung eines Umweltfonds, mit dem die Stadt private Investoren gegebenenfalls verpflichten will, für andere ökologische Projekte zu zahlen, wenn Nachpflanzungen von Bäumen nicht möglich seien. (Von Christian Holzgreve)

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