„Dahinten verbrennt unsere Zukunft“

Fridays-for-Future demonstriert vor der Uelzener Zuckerfabrik

Die gestrige Fridays-for-Future-Demo zog vom Albrecht-Thaer-Gelände aus durch die Bahnhof-, Schiller- und Lüneburger Straße bis vor die Tore der Zuckerfabrik. Fotos: urhahn
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Die gestrige Fridays-for-Future-Demo zog vom Albrecht-Thaer-Gelände aus durch die Bahnhof-, Schiller- und Lüneburger Straße bis vor die Tore der Zuckerfabrik.

Uelzen – Es ist das erste Mal, seitdem das Coronavirus das öffentliche Leben bestimmt, dass Fridays-for-Future zum globalen Klimastreik aufruft: Am Freitafg finden auf allen Kontinenten Protestaktionen statt – und auch in Uelzen.

Im Fadenkreuz der örtlichen Bewegung steht am Freitag die Zuckerfabrik. Denn dort werde noch immer ein Kohlekraftwerk betrieben, erklären die Protestler.

Pascal Leddin kritisierte Nordzucker in seiner Rede heftig für den aktuellen Energieverbrauch.

Um 10 Uhr sollte es am Hundertwasser-Bahnhof losgehen, doch der Startpunkt wird kurzerhand auf das Albrecht-Thaer-Gelände verlegt. Pressesprecher Pascal Leddin sagt dazu später: „Das haben wir entschieden, weil wir uns dort besser mit Abstand aufstellen konnten.“ Mehr als 200 Leute versammeln sich dort, wo schon laute Musik zu hören ist. Textzeilen wie „Hurra, diese Welt geht unter“ sollen die Teilnehmer auf die Demonstration einstimmen. Es sind nicht nur Schüler anwesend. Alle Altersgruppen sind vertreten. Die Senioren bilden die zweitgrößte Gruppe.

Als der Zug sich in Bewegung setzt, ist er auf rund 250 Personen angewachsen. Durch das herrschende Abstandsgebot ist die Länge der Prozession beachtlich. Stimmung und Lautstärke leiden unter der Weitläufigkeit – und unter den Mund-Nasen-Masken.

Durch Bahnhof-, Schiller- und Lüneburger Straße geht es bis vor die Tore der Zuckerfabrik, wo schon eine Bühne mit Lautsprecheranlage wartet. Im Hintergrund liegen Berge von Zuckerrüben, eingehüllt in Dampf.

Lautstark werden die üblichen Parolen skandiert, teilweise textlich auf „Zuckerkonzerne“ angepasst. Demonstrativ ruft die Menge über den Zaun auf das Werksgelände. Eine direkte Reaktion bleibt aus. Dann betritt Pascal Leddin die Bühne mit einem Mikrofon.

Der Hashtag zum globalen Klimastreik lautete #keingradweiter.

„Auf eurer Internetseite steht: Nachhaltigkeit ist für uns selbstverständlich. Und doch erzeugt ihr eure Energie mit Öl, Gas und Kohle. Sieht so ein nachhaltiges Unternehmen aus?“, fragt der Redner in Richtung Nordzucker. Die Anwesenden erklären lautstark, dass dem nicht so sei. Leddin kritisiert daraufhin weiter, dass der Konzern keinen Plan für den Kohleausstieg habe und auch keine ambitionierten Klimaziele. „Ihr verbrennt dahinten unsere Zukunft“, schallt es aus den Boxen. Lautstarker Jubel brandet auf. „Das ist der letzte Hilfeschrei einer Generation. Wenn das bei der nächsten Kampagne noch läuft, dann kommen wir wieder!“, verspricht Leddin. VON ANDREAS URHAHN

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