„Wir wollen hier auch Flagge zeigen“

„Friday for Future“-Bewegung: Protest-Aktion soll in Uelzen am Herzogenplatz stattfinden

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Mit markigen Sprüchen demonstrieren Schüler jetzt bereits seit mehreren Monaten für den Klima- und Umweltschutz.

Uelzen/Landkreis – In der Nachbarstadt Lüneburg laufen sie bereits seit Dezember: die Schüler-Demonstrationen für eine zukunftsfähige Klimapolitik.

Wie Lisa Steinwandel, Mitorganisatorin der Lüneburger Proteste, im AZ-Gespräch sagt, hätten sich zuletzt rund 200 Jungen und Mädchen daran beteiligt. „Wir waren auch schon bei fast 500 Teilnehmern.“ Am kommenden Freitag soll sich vor dem Rathaus wieder ein Protestzug bilden. Banner, Plakate und Gesänge zur Klimapolitik sind gewünscht – ein Bild, das demnächst so auch in Uelzen zu erleben sein könnte; geht es nach den hiesigen Jusos. Sie machen sich für Schülerproteste auch in Uelzen stark.

Wie Johannes Flügge von den Jusos berichtet, gebe es bereits eine Whatsapp-Gruppe für einen Uelzener Protest mit etwa 130 Mitgliedern. Der Kurznachrichtendienst „Whatsapp“ spielt bei der Organisation der Freitagsdemos eine große Rolle. Fragen zu Treffpunkten und Uhrzeiten werden über Mitteilungen geklärt. Die Fridays-for-Future-Bewegung hat für den 15. März zu weltweiten Protesten aufgerufen. Die Jusos können sich vorstellen, dass es dann auch in der Uhlenköperstadt zu einer ersten Protest-Aktion kommt.

Johannes Flügge sagt, dass bislang noch keine Demonstration angemeldet worden sei. Man befinde sich gerade in der Abstimmung, dass einer aus dem Kreis der Mitglieder der bestehenden Whatsapp-Gruppe eine Demonstration anmeldet. Als politische Jugendorganisation wolle man das Engagement der Schüler unterstützen. „Wir wollen hier auch Flagge zeigen“, so Flügge. Demonstrationsort soll der Herzogenplatz am Uelzener Rathaus sein.

Ob nun Lüneburg, Göttingen oder demnächst vielleicht auch Uelzen – der Landeselternrat hat bislang darauf verzichtet, Ratschläge zu geben, wie Eltern mit einer Teilnahme ihrer Kinder an den Demonstrationen umgehen sollen. Der Vorsitzende Mike Finke, der auch dem Kreiselternrat vorsteht, ist in der Frage zwiegespalten (Siehe Seite 1).

Fest steht: In Deutschland gilt die Schulpflicht. Bleiben Schüler dem Unterricht für Demonstrationen fern, verstoßen sie gegen diese. Christel Auer, Leiterin der KGS in Bad Bevensen, erklärt, dass Entschuldigungen nur für Erkrankungen und unverschiebbare Termine abgefasst werden dürften.

Lisa Steinwandel, die Mitorganisatorin aus Lüneburg, ist selbst bereits Studentin. Von den Demonstrationen in der Nachbarstadt weiß sie: Schulen gehen sehr unterschiedlich mit einem Fernbleiben wegen einer Demonstrationsteilnahme um: „Es gibt Schulen, die zeigen sich offen. Ich habe aber auch von anderen Schülern gehört, dass sie Strafen, Abmahnungen oder Einträge ins Klassenbuch bekamen.“

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