Stadt Uelzen hat Grundstück nicht für Stellplätze genehmigt / Eigentümer sucht weiterhin Käufer

Fremdparker am alten Katasteramt

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Der Schuttberg auf dem Grundstück des ehemaligen Katasteramtes ist seit Monaten verschwunden. Jetzt nutzen Autofahrer die Fläche zum Parken, aber eine Genehmigung zur Nutzung als Parkplatz wurde von der Stadt nicht erteilt.

Uelzen. Ein Berg mit Bauschutt hat auf dem Grundstück des ehemaligen Katasteramts an der Ecke Mauerstraße/Gudesstraße zwei Jahre lang für Streit gesorgt. Jetzt wirft die derzeitige Nutzung der Fläche erneut Fragen auf.

Bis zu fünf Autos parken täglich auf dem Grundstück am Eingang zur Innenstadt. Doch von der Stadt ist die Fläche noch nicht zur Nutzung als Parkplatz freigegeben worden, sagt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull auf AZ-Nachfrage. Und auch der Eigentümer des Grundstücks, Jörg Steffen aus Lüneburg, hat niemandem erlaubt, dort sein Auto abzustellen. „Das sind Fremdparker, die sich das Recht herausnehmen“, erklärt er.

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Steffen ist weiterhin daran interessiert, das Grundstück zu verkaufen. Die Wirtschaftsförderung habe er autorisiert, das Areal mit anzubieten, berichtet er. Jetzt, am Anfang des Jahres, wolle er sich „in aller Ruhe“ überlegen, wie er das Thema weiter angeht. „Es gibt Angebote von verschiedenen Leuten“, erklärt er. Darunter seien auch Interessenten, die dort Wohnungen und Geschäfte bauen wollen.

Das bestätigt auch Scheele-Krogull. Er weiß von mehreren Personen, die sich bei der Stadt Uelzen nach der Fläche erkundigt haben. In den Gesprächen habe er vorgetragen, welche Möglichkeiten zur Bebauung bestehen und dass die Stadt eine Parkplatznutzung lediglich übergangsweise akzeptiere. Auch eine Stellplatzanlage dort sei genehmigungspflichtig. Allerdings müsse man einem Investor zugestehen, dass er eine gewisse Zeit bräuchte, um dieses Grundstück zu beplanen und daher für den Zeitraum bis Baubeginn einen Antrag auf Nutzung für Stellplätze stellen könnte. Auf Dauer wäre das jedoch nicht möglich, betont er.

Ein Parkplatz dort wäre „nicht unproblematisch, weil die Fläche in einem Einmündungsbereich liegt“, erläutert Scheele-Krogull. Fahrzeuge können lediglich von der Mauerstraße auf das Eckgrundstück fahren.

Auch aus Sicht der Stadt eignet sich das Grundstück für Wohnungen und Gewerbe. „Es liegt in einem Mischgebiet“, erklärt der Stadtbaurat. Das heißt, dass dort Wohnungen ebenso hinpassen würden wie Einzelhandel und Büros.

Wie berichtet, konnte sich der Eigentümer des Nachbargebäudes, Nikolaus Walther, vorstellen, die Fläche zu kaufen und als Parkplatz für seine Mieter anzulegen. Da jedoch die Stadt dort nicht langfristig Stellplätze genehmigen würde, spielt das Thema für ihn derzeit keine Rolle, berichtet Walther.

Von Diane Baatani

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