Timon Kraaz und Freunde gewinnen die „Heide-Wendland-Filmklappe“

„Fremde“ ausgezeichnet: Filmpreis geht an Uelzener (14) 

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Friederike Kraaz, Aylin Tekin, Fabian Schröder, Clemens und Jakob Krauß sowie Timon Kraaz (v. l.) gewinnen. Ekkehard Brüggemann, Initiator des Wettbewerbes, lobt das Werk.

Uelzen. Der zweite Film und schon der erste Preis: Nicht mal ein ganzes Jahr ist das Filmen ein Hobby des 14-jährigen Timon Kraaz und seinen Freunden aus Uelzen, dennoch gewannen sie am Dienstag mit ihrem 14-Minüter „Fremde“ die „Heide-Wendland-Filmklappe“ in der Kategorie Klassen 8 bis 10. Neun Konkurrenten blieben auf der Strecke.

In einem mit 180 Personen voll besetzten Saal des Kinocenters Winsen lobte die Jury das Werk, insbesondere die dramaturgische Tiefe und die Identifikationskraft des Films. Diese wurde insbesondere an der schauspielerischen Leistung von Hauptdarstellerin Aylin Tekin festgemacht.

Aus welcher Perspektive soll Fadime zu sehen sein? Aylin, Timon, Clemens und Jakob beim Dreh mit „Green-Screen“.

Aylin spielt Fadime, ein syrisches Mädchen, das hier Fremdenhass erfährt. Sie wird „gemobbt“, sagt Aylin, die für ihre Rolle einiges auf sich nehmen musste: Den Sprung von einem Garagendach, zahllose Versuche Timons, einen Schlag in ihr Gesicht so zu spielen, dass er realistisch wirkt, und – genauso wie die anderen Team-Mitglieder – stundenlanges Warten auf das richtige Wetter bei einem Außendreh. Der Anspruch der Nachwuchsfilmer: Alles soll so realistisch und professionell wie möglich sein. Für Kamerafahrten bastelte Timon einen Kamera Dolly, um digital Hintergründe einfügen zu können drehten die Schüler des Herzog-Ernst-Gymnasiums teilweise vor einem „Green-Screen, um Fadimes Sprung in ihrem geträumten Selbstmord realistisch wirken zu lassen, sorgte Clemens Krauß mit Fönen für ordentlich Wind.

Als das Team um Regisseur und Produzent Timon vor einem halben Jahr die Idee für den Film hatte, seien die Thema Flüchtlinge und Fremdenhass noch nicht so groß gewesen wie heute. Aufgrund der Entwicklungen sähen sie sich in ihrer Themenwahl aber bestätigt. Ihr Film biete keine Lösung, Fadime überlebt einen Brandanschlag, der Film endet mit einem Überblick über die dramatische Entwicklung der Zahlen bezüglich fremdenfeindlicher Angriffe in Deutschland. „Wir finden, dass so etwas unmöglich ist“, fasst Clemens die Motivation der Gruppe zusammen.

Einige von ihnen können sich eine berufliche Zukunft im Film-Business vorstellen. Vorher soll der Film aber erstmal weiter gezeigt werden – die Mitschüler sind durch den Preis neugierig geworden. Und im Februar geht es auf Landeskosten nach Aurich – zum Landesentscheid „Niedersachsen Filmklappe“.

Von Steffen Kahl

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