Über 300 für den Klimaschutz

Am Freitag war zweite Uelzener „Fridays for Future“-Demo

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Am Freitag war die zweite Uelzener „Fridays for Future“-Demo. Ganz rechts am Transparent geht Magdalena Memmer, am Megaphone ist Barbara Winter.

Uelzen – „Und ich schieße in die Luft. Ich ziehe in den Krieg, aber keiner zieht mit – drei Schüsse in die Luft, der Einzige hier draußen bin leider wieder ich“, tönen am Freitag Liedzeilen der Band Kraftklub aus der Anlage am Alten Rathaus in Uelzen.

Die Bewegung „Fridays for Future“ hat wieder einen Demonstrationszug durch Uelzen organisiert. Er führt dieses Mal nahezu durch die gesamte Innenstadt.

Rund 150 Demonstranten, überwiegend Schüler, versammeln sich am Hundertwasser-Bahnhof und starten um 11 Uhr zur Kundgebung für mehr Klimaschutz. „Wir sind hier, wir sind laut – weil ihr uns die Zukunft klaut“, schallt es an der Bahnhofstraße. Die Schüler kommen vorbei an einer Tankstelle und Reisebüros, wo man den nächsten Urlaubsflug buchen kann – lauthals wird skandiert: „Greta sitzt vor’m Parlament, weil sie die Gefahr erkennt.“

Das Gemurmel eines Polizisten „Mal gucken, wen ich nachher bei McDonalds treffe“ sowie der erhobene Daumen aus dem dieselbetriebenen Geländewagen, bei dem nicht sicher ist, wie man ihn verstehen soll, können die engagierten Jugendlichen nicht entmutigen.

Während des Protestes, der den Zug auch die gesamte Gudesstraße entlang führt, wächst die Menge auf über 300 Personen an, so dass sich am Hammersteinkreisel Anfang und Ende begegnen. Mit Senioren und Kinderwagen schiebenden Eltern geht es über den Schnellenmarkt in die Lüneburger, dann in die Veerßer Straße: „Leute lasst das Shoppen sein, reiht euch in die Demo ein“, fordern die Demonstranten zum Mitmachen auf.

Die Schülerinnen Barbara Winter und Emma Tienken heizen mit Megaphonen ein: „Was wollen wir?“ „Klimagerechtigkeit“, antworten alle. „Wann wollen wir das?“ „Jetzt“, schallt es durch die Schuhstraße.

Über den unbefestigten Parkplatz geht es dann vor das Alte Rathaus, wo von Kraftklub auch jene Zeilen zu hören sind: „Und ich schieße in die Luft – doch keine Reaktion, nur Beschwerden über Krach. Drei Schüsse in die Luft – die Revolution oder Berlin Tag und Nacht.“

VON ANDREAS URHAHN

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