Baumfällungen im Stadtgebiet Uelzen an Königsberg und Kapelle

Freie Sicht auf St. Gertrud

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Zeit der Baumfällungen - auch an der Gertrudenkapelle wurden gestern zwei Fichten abgeholzt.

Uelzen. Der schlimmste Frost scheint vorbei, die ersten grünen Triebe haben sich noch nicht so recht herausgetraut – die Zeit der Baumfällungen und Gehölzschnitte ist angebrochen.

Und so röhren zurzeit auch an ganz markanter Stelle im Uelzener Stadtgebiet die Kettensägen: An der Getrtudenkapelle wurden gestern Morgen zwei Fichten abgeholzt, die den Blick freigeben sollen auf das denkmalgeschützte Gebäude. Außerdem bedrängten die Fichten weitere Bäume, erklärt Stadt-Sprecherin Ute Krüger auf AZ-Nachfrage, sodass sich diese nicht richtig entwickeln konnten. Eine junge Fichte mit besserem Standort habe die Stadt bereits vor einiger Zeit gesetzt – sie steht etwas weiter vom Gebäude entfernt in der Rasenfläche. Und Krüger betont: „Fichten fallen nicht unter die Baumschutzsatzung. “.

Auch am Königsberg fielen Bäume – sehr zum Leidwesen von Anwohnern und Spaziergängern, die gegenüber der AZ von „Braumfrevel“ sprechen und entrüstet sind. denn auch junge Bäume mit Stammdurchmessern von nicht einmal zehn Zentimeter seien abgeholzt worden. „Bei den Arbeiten am Königsberg handelt es sich um die notwendigen, städtischen Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen“, erklärt Ute Krüger. „Zum einen wurden Gehölze geschnitten oder gefällt, um die Verkehrssicherheit auf den Wanderwegen und dem Trimm-dich-Pfad weiterhin zu gewährleisten. Zum anderen wurden unterständige und zu dicht stehende Bäume entfernt, die aufgrund ihres Standortes keine Lebenserwartung haben.“

Für den Königsberg findet die Baumschutzsatzung der Stadt (einzusehen auf www.uelzen.de) übrigens keine Anwendung. „Aber auch wenn die Baumschutzsatzung hier gültig wäre, wären die Arbeiten hier so möglich“, so Krüger.

Von einer möglichen Gefährdung vermögen indes die Anlieger des Königsbergs nichts zu entdecken. Warum „Büsche, Sträucher, junge Bäume reihenweise einfach wegrasiert“ würden, die als Unterschlupf für Vogel und Co. dienten, könne man nicht nachvollziehen, sagt einer. „Und für wen, bitteschön, sollen denn zwei Meter hohe Faulbeerbäume oder Fliedergestrüpp eine Gefahr darstellen...?“

Von Ines Bräutigam

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