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Fortissimo in der Musikschule Uelzen: Antrag auf höhere Zuschüsse

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Von: Norman Reuter

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Leiter Musikschule Daniel Orthey
In der Musikschule in Oldenstadt werden derzeit gut 1200 Schüler unterrichtet, berichtet Leiter Daniel Orthey. Er will eine zusätzliche Stelle für einen Musikschullehrer schaffen.  © Reuter, Norman

Die Musikschule für Kreis und Stadt Uelzen unterrichtet inzwischen so viele Schüler, dass sie an Grenzen stößt. „Wir arbeiten mit Wartelisten bei vielen Instrumenten“, sagt Leiter Daniel Orthey. Vor Jahren sah das noch anders aus. Obgleich die Musikschule eine positive Entwicklung genommen hat, bleiben Baustellen. Orthey bittet die Politik um mehr Geld.

Uelzen/Landkreis – Im historischen Zentrum von Oldenstadt wird musiziert. Und wie! In der Musikschule für Kreis und Stadt Uelzen, die dort ihren Sitz hat, geben sich die Schüler nicht nur sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Gut 1200 zählt die Musikschule inzwischen. Bei vielen Instrumenten müsse mit Wartelisten gearbeitet werden, erklärt Schulleiter Daniel Orthey den Mitgliedern des Uelzener Betriebsausschusses für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing.

Besonders gefragt ist, wie Orthey ausführt, auch die musikalische Früherziehung – für Kinder bis sechs Jahren. „Hier vertrösten wir die Familien inzwischen auf Januar und Februar“, berichtet der Schulleiter im Ausschuss.

20 Festangestellte und 15 Honorarkräfte übernehmen die Aufgabe, die Musikschüler zu unterrichten. Orthey wünscht sich eine zusätzliche Stelle, um weitere Stunden anbieten zu können. Das ist leichter gesagt, als realisiert. Nicht nur weil dafür die finanziellen Mittel benötigt werden, um die Orthey Stadt und Landkreis bittet.

„Der Markt an Lehrkräften ist auch leergefegt“, schildert Daniel Orthey im Betriebsausschuss. „Es fehlen Instrumentalpädagogen.“ Das bereitet ihm nicht nur insofern Kopfzerbrechen, als dass es die Besetzung der geplanten Stelle erschwert. Das Uelzener Musikschulkollegium steht in den kommenden fünf Jahren auch vor einem Generationswechsel, wie Orthey ausführt.

Bei all dem „müssen wir konkurrenzfähig sein“, sagt Orthey. In den Nachbarkreisen Celle und Lüneburg werde Musikschullehrern mehr gezahlt. Dabei handelt es sich um einen Umstand, der auf eine Zeit vor gut sechs Jahren zurückgeht, als die hiesige Musikschule im Umbruch war und die Lehrer sich für einen Neuanfang dazu bereiterklärten, auf einen Teil ihres bisherigen Gehaltes zu verzichten.

Orthey plädiert für fünf Prozent mehr Gehalt für die Festangestellten. Und zehn Prozent mehr sollen es für die Honorarkräfte sein, wobei Letzteres sich viel anhöre, aber nicht arg ins Gewicht falle, wie Orthey auf Nachfrage der AZ ausführt.

Gegenwärtig hat die Musikschule einen Haushalt von etwa 846 000 Euro. Die von den Schülern zu zahlenden Unterrichtsbeiträge sind dabei eine Finanzsäule. Stadt und Landkreis Uelzen bilden die zweite. Sie übernehmen nicht ganz die Hälfte, 47 Prozent, der Ausgaben – im Verhältnis ein Drittel (Stadt) und zwei Drittel (Landkreis).

Um die zusätzliche Stelle schaffen, den Lehrern mehr Gehalt zahlen als auch Investionen tätigen zu können („Wir brauchen ein neues Klavier“), stellt Daniel Orthey bei der Politik den Antrag auf einen höheren Zuschuss. Weitere 120 000 Euro soll sie bereitstellen. Auf die Stadt würden dann 40 000 Euro entfallen, in Summe 168 000 Euro jährlich.

Die Politik in Hansestadt und Landkreis Uelzen steht vor ihren Haushaltsberatungen (AZ berichtete). Dabei sollen die Gewählten nun auch über den Antrag der Musikschule auf höhere Zuschüsse sprechen.

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