Dachverband will Klarheit

A 39: Forderung nach Neuberechnung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses

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Die Kostensteigerung für die geplante A 39 sorgt für erneute Zweifel am Kosten-Nutzen-Verhältnis. 

Uelzen/Landkreis – Der Dachverband „Keine A 39“ fordert den Bund und das Land Niedersachsen auf, Klarheit in Sachen A 39 zu schaffen, und das Nutzen-Kosten-Verhältnis neu zu berechnen.

Nicht nur die Kostensteigerung um 200 Millionen Euro, die jetzt offiziell bestätigt wurde, stelle den Sinn der geplanten Autobahn infrage. Noch immer beriefen sich Land und Bund auf das 2012 errechnete Verhältnis von Nutzen und Kosten. Seitdem seien aber die Baupreise explodiert.

Die jetzt offiziell eingeräumte Kostensteigerung um 200 Millionen Euro könne laut dem Dachverband angesichts der weiter steigenden Baupreise und des nicht im erwarteten Ausmaß wachsenden Verkehrs nicht die letzte Korrektur gewesen sein. Auch mögliche Entschädigungszahlungen für die Landwirtschaft werden angesichts der sich verschärfenden Knappheit an Grund und Boden höher ausfallen, als noch vor sieben Jahren veranschlagt, so der Verband.

Die Kosten stiegen, und auch auf der Nutzenseite seien Korrekturen überfällig. Durch den derzeitigen, schrittweise geplanten, dreispurigen Ausbau der B 4, die parallel zur geplanten Autobahn verläuft, würde der Nutzen der Autobahn weiter geschmälert, da auf der B 4 mehr Verkehre flüssig fließen könnten als vorher. „Es ist bezeichnend, dass Bund und Land keine Klarheit schaffen und die Wirtschaftlichkeit des Autobahnprojekts nicht neu berechnen würden. Diese Vernebelungstaktik geht zulasten der Steuerzahler.“

Der Dachverband ist der Meinung, es sei die Pflicht der Planer, dem Gericht und den Klägern die zentrale Frage zu beantworten, welcher Nutzen und welche Kosten mit der A 39 nach aktuellem Wissensstand verbunden sind. Es sei die Pflicht des Staates, für Transparenz zu sorgen.

„Unsere Gesellschaft benötigt eine neue Verkehrspolitik, die klimafreundliche Mobilität in den Mittelpunkt stellt“, fordert der Dachverband.

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