Nach Schulausschuss-Sitzung

Forderung: Luftfilter für alle Klassenräume an Uelzener Grundschulen

Luftfilter für Schulen
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Das Foto zeigt einen Luftreinigungsfilter, der in Klassenräumen für aerosol-, viren- und bakterienfreie Atemluft sorgt. In Uelzener Grundschulen gibt es sie nicht.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Luftreinigungsfilter, die in den Klassenräumen der acht Uelzener Grundschulen für aerosol-, viren- und bakterienfreie Atemluft sorgen, gibt es bislang nicht. Das soll sich nach dem Willen der FDP möglichst schnell ändern.

Uelzen – „Wie viele Klassenräume in den Grundschulen sind mit mobilen oder stationären Luftfiltern ausgestattet? Wie viele verfügen über CO2-Ampeln?“ Diese Fragen richtete Melanie Kamschütz am Donnerstag in der Einwohnerfragestunde des Schulausschusses an die Verwaltung.

Markus Nieber aus dem Fachbereich Kita, Schule und Sport antwortete, dass keine Luftfilter vorhanden seien und dass er die Zahl der CO2-Ampeln nicht beziffern könne. Und Nieber musste auf Nachfrage („Gibt es einen Plan, ob und wann man sie anschafft?“) ergänzen, dass es im Rathaus eben keinen Zeitplan bezüglich einer Luftfilter-Installation für die acht Grundschulen gebe.

„Kindergesundheit darf kein Kostenfaktor in Haushaltsplanungen sein“

Das veranlasste die stellvertretende FDP-Ortsvorsitzende dazu, quasi mit Ende der Ausschusssitzung eine Pressemitteilung herauszugeben, in der sie ihrer Enttäuschung über die Antworten der Stadtverwaltung Luft machte: „Ich bin wirklich erschrocken. In der Stadtregierung scheinen die Probleme der Schülerinnen und Schüler keine Rolle zu spielen. Nach anderthalb Jahren Fern- und Wechselunterricht muss es doch oberste Priorität der Stadt sein, ihrer Aufgabe als Schulträger gerecht zu werden. Und in einer Pandemie ist die wichtigste Aufgabe, einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten.“ Sie sagt: „Kindergesundheit darf kein Kostenfaktor in Haushaltsplanungen sein.“

Sie bedauere außerdem, dass der Antrag auf Anschaffung von Luftfilteranlagen durch Martin Schneider, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe aus Grünen, FDP, Linke und Piraten im November 2020 im Verwaltungsausschuss aus Kostengründen durch CDU und SPD abgelehnt und eine Behandlung im Rat als unnötig erachtet worden sei. Schneider hatte beantragt, dass die Hansestadt die notwendigen Gelder für die Luftreinigungsfilter für alle Klassenräume von der Landesregierung einfordern solle.

Ersatzweise wenigstens CO2-Ampeln für Klassenräume beschaffen

Melanie Kamschütz – FDP-Spitzenkandidatin des Kreisverbandes neben Rainer Fabel und Léonard Hyfing – fordert die Stadt erneut auf, „geeignete, geräuscharme Luftfilteranlagen zu besorgen“. Wenn das finanziell nicht zu leisten sei, solle in jedem Klassenraum zumindest eine CO2-Ampel stehen: „CO2-Ampeln zeigen kinderleicht an, wann sich die Luftqualität verschlechtert. Sobald die Ampel auf Gelb springt, sollte gelüftet werden. Diese Ausstattung in einer flächendeckenden Verfügbarkeit ist das Mindeste, was ich von einem Schulträger in der Pandemie erwarte.“

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