Umstrukturierte Pestalozzi-Einrichtung: Spezielle Klassen an Uelzener Schulen

Förderzentrum am Stern

Uelzen. Das Gebäude der Pestalozzi-Schule am Emsberg in Uelzen steht fast leer: Die letzten bestehenden Klassen dieser Förderschule werden zum neuen Schuljahr in andere Schulgebäude verlegt. Die Räume am Emsberg nutzt dann nur noch das Herzog-Ernst-Gymnasium als Außenstelle.

Die Pestalozzi-Einrichtung soll zu einem Förderzentrum entwickelt werden. Als Förderschule, wie sie bisher bestand, wird es sie in dieser Form ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr geben. Seit mehr als zehn Jahren wurde schon an der inklusiven Entwicklung gearbeitet. Lehrer der Förderschule arbeiten mit denen der allgemeinbildenden Schulen zusammen und sind zudem für Prävention in den ersten beiden Schuljahren zuständig. Seit 2009 werden an der Pestalozzi-Schule keine Kinder mehr eingeschult, weil an Grundschulen und auch schon an weiterführenden Schulen Integrationsklassen eingerichtet worden sind. Nur noch rund 20 Schüler werden bis zu den Sommerferien am Emsberg unterrichtet, berichtet Schulleiterin Petra Dehning.

Die Verwaltung der Pestalozzi-Schule zieht in den Sommerferien an einen neuen Standort. Im Gebäude der Sternschule wird Dehning dann ihre Arbeit fortsetzen, für Beratungen und Fortbildungen zur Verfügung stehen und unterrichten. Ihre 21 Kollegen, die auf die Schulen in Stadt und Kreis verteilt sind, werden sich dort zu Dienstbesprechungen zusammenfinden. „Die Beratung dringt immer mehr in den Vordergrund“, berichtet Dehning. Daher ist es ihr Wunsch, ein festes Beratungsangebot für Eltern an Nachmittagen einzurichten. Als langfristige Lösung hofft sie auf einen Standort, der Eltern mehr Anonymität biete: „Es wäre sehr schön, ein Förderzentrum in der Stadt zu installieren.“

In Integrationsklassen sind etwa ein Drittel Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen, Sprache, emotional-sozialer Entwicklung, Sehen, Hören, Autismus oder geistiger Entwicklung und zwei Drittel ohne Förderbedarf. Durch die rückläufigen Schülerzahlen in fünften Klassen an den städtischen Hauptschulen ist es nicht mehr möglich, dort Integrationsklassen einzurichten. Dafür entsteht eine Kooperationsklasse an der Theodor-Heuss-Realschule, in der Kinder des fünften und sechsten Schuljahrgangs mit diesem Förderbedarf zusammengeführt werden. Auch an der Grundschule Oldenstadt wird ab dem Sommer eine Kooperationsklasse eingerichtet, für Kinder mit einem Unterstützungsbedarf, die oft auch nur für einen gewissen Zeitraum aus dem Alltag der Regelschule herausgenommen und in dieser Gruppe individuell gefördert werden.

Für das neunte und zehnte Schuljahr wird es ebenfalls eine Kooperationsklasse geben. An den Berufsbildenden Schulen I können künftig Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf ihren Abschluss machen und sich an diesem neuen Standort stärker als zuvor beruflich orientieren, so Dehning. Die Schulträgerschaft bleibt auch nach dem Umzug der Verwaltung beim Landkreis.

Von Diane Baatani

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