Fördergeld ohne Abnehmer

Kaum Interesse an Uelzener Sanierungsprogramm „Altstadt mit Zukunft“

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Für zahlreiche erhaltenswerte Gebäude in der Uelzener Innenstadt besteht Sanierungsbedarf. Doch trotz einer Förderung von 30 Prozent haben die Eigentümer kaum Interesse.

Uelzen. Ein einheitliches, identitätsstiftendes Stadtbild mit Wiedererkennungswert, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen: Das ist eines der vorrangigen Ziele, welche die Hansestadt mit dem städtebaulichen Sanierungsprojekt „Uelzen 2025 – Altstadt mit Zukunft“ verfolgt.

Dafür können Eigentümer von Baudenkmälern oder stadtbildprägenden Gebäuden in der Innenstadt bei Sanierungen auf eine Fördersumme von 30 Prozent zurückgreifen. Die Zuschüsse setzen sich dabei zu zwei Dritteln aus Geldern von Bund und Land zusammen, ein Drittel übernimmt die Hansestadt selbst. Das Problem dabei: Bisher herrscht seitens der Gebäudeeigentümer kaum Interesse an dem Förderprogramm.

„Das ist bisher unbefriedigend“, räumte Michael Kopske, Projektverantwortlicher bei der Hansestadt Uelzen bei der Sitzung des Zukunftsausschusses ein. Und die bisherigen Zahlen untermauern diese Einschätzung. Seit das Förderprogramm im Jahr 2016 angelaufen ist, wurde erst eine Baumaßnahme umgesetzt, vier weitere befinden sich in der Durchführung. „Das läuft leider nicht wie erhofft, trotz der relativ hohen Förderquote“, sagte auch Martin Wittenberg, Sanierungsberater für die Stadt Uelzen von der mit dem Projekt beauftragten Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). Beinahe noch ernüchternder: Seit 2016 wurden erst 35 Beratungsgespräche geführt – trotz einer Öffentlichkeitskampagne kurz nach Projektbeginn in 2016.

Dabei gibt es eigentlich genug zu tun. Von den rund 300 Gebäuden im Sanierungsgebiet, dass sich vom Lüneburger Tor bis zur Turmstraße und von der Ilmenau bis zum Ende der Fußgängerzone erstreckt, kommen etwa 150 für das Förderprogramm in Frage. Bei gut 30 bis 50 dieser Gebäude wurde im Rahmen einer Voruntersuchung zum städtebaulich-gestalterischen Rahmenkonzept bei oberflächlicher Betrachtung Sanierungsbedarf festgestellt, informierte Kopske. „Vielleicht fehlt uns da ein Leuchtturmprojekt“, mutmaßte er.

Man wolle weiter auf allen Kanälen für das Projekt werben, doch die Umsetzung lebe vom Interesse der Privateigentümer. „Wir können niemanden dazu zwingen“, stellte er klar.

Die mögliche Unsicherheit aufseiten der Eigentümer könne man in den Beratungsgesprächen und mit einer zu 50 Prozent geförderten Modernisierungsvoruntersuchung ausräumen. „Danach wissen die Leute, was genau an Investitionen und Aufwand auf sie zukommt“, erklärte Martin Wittenberg.

Von Steffen Schmidt

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