Extrem niedrige Pegel in Ilmenau, Gerdau und Stederau / Im Oldenstädter See wuchern Pflanzen

Den Flüssen geht das Wasser aus

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Die Ilmenau in Uelzen: Hier herrscht wegen der geringen Niederschläge bereits extremes Niedrigwasser.

Uelzen/Landkreis. Einige Flüsse sitzen bereits auf dem Trockenen. Andere versiegen nach und nach. Und auch in den Flüssen, die den Landkreis Uelzen durchziehen, plätschert es immer leiser.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit sorgt dafür, dass die Wasserpegel der Flüsse sinken.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dokumentiert den Wasserstand an drei Standorten im Landkreis: für die Ilmenau in Bienenbüttel, für die Stederau in Niendorf II sowie für die Gerdau bei Hansen. „Danach ist in allen drei Pegeln derzeit zwar ein extremes Niedrigwasser zu verzeichnen“, sagt Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage, „in den vergangenen zehn Jahren sind aber auch schon extremere Werte gemessen worden.“

So zeigt der Pegel für die Ilmenau derzeit einen Stand von 70 Zentimetern an – in den vergangenen Jahren lag sie auch schon mal bei 51 Zentimetern. „Normal“ wären in der Ilmenau laut NLWKN etwa 88 Zentimeter.

Das Wasser in der Gerdau ist zurzeit 96 Zentimeter tief (Tiefstwert der letzten zehn Jahre: 87 Zentimeter; Normalwert: etwa 107 Zentimeter) und das in der Stederau 58 Zentimeter tief (Tiefstwert der vergangenen zehn Jahre: 51 Zentimeter; Normalwert: etwa 69 Zentimeter). „Alle Pegel zeigen seit Anfang Juli eine fallende Tendenz“, sagt Martin Theine. Und diese werde sich auch fortsetzen, sollten weiterhin nur so geringe Niederschläge fallen.

Ähnlich sieht es zurzeit auch in manchem See aus – im Oldenstädter See zum Beispiel. Hier trübt der geringe Wasserstand bereits das Badevergnügen. So gibt es bereits Bereiche, die normalerweise mit Wasser bedeckt sind, mittlerweile aber als Inseln aus dem Wasser ragen. Außerdem trübe der starke Bewuchs mit Unterwasserpflanzen den Badespaß, erläutert Ute Krüger, Sprecherin der Stadt Uelzen.

Die Pflanzen reichten teilweise schon bis an die Wasseroberfläche heran. „Als Badegast schwimmt man immer wieder in so eine Fläche hinein“, sagt Krüger.

Für die laufende Badesaison könne die Stadt jetzt nicht mehr eingreifen, bedauert die Sprecherin. Bei der Pflege des Naturbadesees seien naturschutzrechtliche Vorgaben zu beachten. Im Herbst aber werde der See gemäht, damit in der nächsten Badesaison das Schwimmen wieder ohne störendes Grün möglich sei, kündigt sie an. Spezielle Mähboote werden dann in den ausgewiesenen Badebereichen die Wasserpflanzen abschneiden – eine Aktion, die alle ein bis zwei Jahre vorgesehen sei. Allerdings: „Aufgrund von Sparvorgaben für die Stadt musste das Mähen dieses Mal zurückgestellt werden. Letztmalig erfolgte das Schneiden im Jahr 2012“, berichtet Ute Krüger.

Was für Badegäste zurzeit zwar ärgerlich sein mag, kann für andere Lebewesen allerdings bedrohlich werden: „Für die im Gewässer lebenden Organismen bedeutet Niedrigwasser eine Extremsituation“, weiß Landkreis-Sprecher Martin Theine. Da die Bäche derzeit überwiegend aus dem Grundwasser gespeist würden, sei die Temperatur des Wassers auch relativ gleich bleibend. Doch es gebe noch ein größeres Problem: Wegen der geringen Abflüsse fehle dem Wasser die sogenannte Schleppkraft. Und genau das führe dazu, dass sich Schwebstoffe und Sande aus dem Wasser absetzten und die Gewässersohle zu sehr verdichte. Die Folge: Den Kleintieren, die in der Gewässersohle leben, könnte die Luft weg bleiben, da das Zusetzen mit Schwebstoffen einen Sauerstoffmangel herbeiführen könnte.

Von Ines Bräutigam

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