Innenministerium weist dem Landkreis jetzt verstärkt Menschen zu

100 Flüchtlinge jede Woche in den Kreis Uelzen

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Bis Ende des Jahres sollen jede Woche bis zu 100 neue Flüchtlinge im Landkreis Uelzen ankommen.

Uelzen/Landkreis. Neue Entwicklung bei der Zuweisung von Flüchtlingen: Das Land Niedersachsen hat dem Landkreis Uelzen jetzt mitgeteilt, dass bis Ende des Jahres wöchentlich bis zu 100 weitere Menschen unterzubringen seien.

Das teilte gestern Landkreis-Sprecher Martin Theine im Rahmen der turnusmäßigen Pressekonferenz mit.

Der Landkreis habe noch eine Aufnahmequote von knapp 350 Personen zu erfüllen, sagte Theine. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende des Jahres eine neue Zuweisungsquote vom Innenministerium bekommen werden.“

Mit der erneuten Zuweisung von 100 Personen wöchentlich würde alles über den Haufen geworfen. Mit der alten Quote hätten die zur Verfügung stehenden Unterbringungsmöglichkeiten im Landkreis bis Ende Januar gereicht, so Theine. Auf 250 bis 280 Plätze könnte der Landkreis dezentral bei Privatleuten zugreifen. 80 weitere Plätze sollen bis Ende des Jahres an der Nothmannstraße in Uelzen eingerichtet werden. Im kommenden Jahr gibt es zusätzliche 120 Plätze am Fischerhof. „Wenn wir jetzt wöchentlich bis zu 100 Menschen zugewiesen bekommen sollen, ist Ende des Jahres alles belegt“, erklärt Theine.

Und noch ein großes Problem stellt sich der Kreisverwaltung: Die Wohnungseigentümer (dezentrale Unterbringung) wünschen, dass Familien einquartiert werden. Das Land hat dem Kreis aber signalisiert, dass es sich bei den jetzt kommenden Menschen um junge Männer aus den nordafrikanischen Maghreb-Staaten (Tunesien, Algerien und Marokko) handeln wird. Da werde man als Landkreis handeln müssen, kündigte Martin Theine an. Familien, die jetzt an der Nothmannstraße lebten, würden dezentral untergebracht. Die jungen Männer aus dem Maghreb würden dann in Sammelunterkünfte wie die an der Nothmannstraße einziehen.

Auch werde man den alten Penny-Supermarkt in Bad Bevensen zur Flüchtlingsunterbringung nutzen. 150 bis 200 Plätze könne der hergeben. Allerdings müsste der Kreis Sanitärcontainer (Toiletten, Waschräume) vor dem Markt aufstellen, so Theine.

Man sehe die aktuelle Vorgehensweise des Landes im Kreishaus mit Befremden. Denn es sei immer noch nicht klar, ob die Menschen, die ab Freitag in der alten BGS-Liegenschaft in Bad Bodenteich einziehen werden, auf die Quote des Kreises angerechnet werden. 1000 Menschen sollen werden es sein.

Von Jens Schopp

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