Notunterkunft an der Pestalozzi-Schule – vorerst kein Schul- und Vereinssport

Flüchtlinge beziehen Turnhalle

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Stadtbrandmeister Axel Ziegeler (links) und Björn Busenius vom DRK haben sich gestern einen Überblick in der Halle verschafft.

Uelzen. Die Turnhalle der Pestalozzi-Schule am Emsberg in Uelzen wird ab morgen zur Notunterkunft für Flüchtlinge. 100 Männer, Frauen und Kinder werden dort für mindestens drei Wochen untergebracht, wie der Landkreis Uelzen mitteilt.

Wie berichtet, hatte das Land Niedersachsen die Landkreise um eine zusätzliche Unterbringung von Flüchtlingen gebeten, weil die Kapazitäten in den bisher geschaffenen Notaufnahme-Einrichtungen vollständig erschöpft sind. Nachdem bereits in den vergangenen Tagen Städte und Landkreise zusätzliche Flüchtlinge aufnahmen, erfolgt dies Mittwoch nun in Uelzen.

Die Entscheidung, die Turnhalle der früheren Förderschule als Notunterkunft zu nutzen, hat ein gebildeter Krisenstab getroffen. „Eine Alternative dazu besteht nicht. Es muss sich zwingend um Räumlichkeiten handeln, die in ausreichendem Maße mit Dusch- und Waschräumen und auch Toiletten ausgestattet sind“, betont der Erste Kreisrat Uwe Liestmann.

Mit dem „Einzug“ der Flüchtlinge steht die Halle vorerst für den Schul- und Vereinssport nicht mehr zur Verfügung. Nach Auskunft des Landkreises nutzen die Uelzener Berufsbildenden Schulen I und II die Turnhalle am Vormittag für den Sportunterricht, am Nachmittag und den Abendstunden belegen sieben Vereine aus Uelzen und Umgebung die Anlage. Sie wurden gestern schriftlich über die Unterbringung von Flüchtlingen informiert.

Unter den Nutzern ist auch der Postsportverein Uelzen, der mit einer Sportgruppe für Menschen mit Handicap in der Turnhalle vertreten ist. Postsportvereins-Vorsitzender Jürgen Köchlin sagte der AZ, gefragt nach Ausweichmöglichkeiten: „Die Nachricht ist frisch. Wir werden nun Gespräche führen. Es wird sich sicher eine Ersatzlösung finden lassen.“ Notfalls müssten die Vereine enger zusammenrücken. Im Stadtgebiet gibt es 15 Hallen, die von Schulen und Vereinen genutzt werden.

Der Landkreis plant eine Unterbringung in der Pestalozzi-Halle bis zum 17. November. „Bis dahin hat das Land um Amtshilfe gebeten“, so Kreissprecher Marcus Christ. Für die Zeit danach erwartet der Kreis, dass das Land eigene Plätze für eine Erstaufnahme geschaffen hat. Ungeachtet dessen ist die Turnhalle für die Unterbringung nun herzurichten. Heute werden Feuerwehrleute vom Kreis aufgekaufte Betten aufbauen. Zudem ist ein Essensbereich zu schaffen.

Von Norman Reuter

Einrichtung der Notunterkunft Pestalozzi-Sporthalle

Einrichtung der Notunterkunft Pestalozzi-Sporthalle

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